Im von Korruption und organisiertem Verbrechen gebeutelten Rio de Janeiro kann es lebensgefährlich sein, sich als Zeuge eines Verbrechens an die Polizei zu wenden. Denn dort muss man bei einer Anzeige seinen Namen und seine Adresse angeben; anonyme Hinweise werden nicht verfolgt. Die unterbezahlte und überforderte brasilianische Polizei ist aber leicht käuflich, und nicht selten landen so die persönlichen Daten eines Informanten bei den Gangstern selbst. Der Verein ‚Disque Denúncia‘ (frei übersetzt: Strafanzeige aufgeben) – bisher schon über eine Hotline zu erreichen – leitet anonyme Hinweise, die man nun via Facebook, Twitter und SMS schicken kann, an die Militärpolizei weiter. Die im sozial gewordenen WWW manchmal missbilligte Anonymität rettet hier Leben und bekämpft Verbrechen wirkungsvoll.
Das Unternehmen Starbucks, das zuletzt mit rückläufigen Kundenzahlen zu kämpfen hatte, lies sich im Kampf um die Kunden etwas einfallen: Auf der Plattform mystarbucksidea.force können Kaffeefans ihre Ideen veröffentlichen. Es werden Vorschläge zu neuen Produkten, Räumlichkeiten, sozialem Engagement und weiteren Features eingereicht, von der Community diskutiert und bewertet. Was letztendlich umgesetzt wird, entscheiden die Nutzer durch ein Online-Voting. Die Frage des Tages lässt die Nutzer beispielsweise über gut klingende Muffin-Namen abstimmen. Insgesamt wurden über 80.000 Vorschläge eingereicht, die aktuelle Top-Idee wurde über 95.000 Mal positiv bewertet und über 1.000 Mal kommentiert. Die Facebook-Seite von Starbucks konnte so über 5,5 Millionen Fans sammeln. Die Idee, den Kunden als Ideengeber im Web 2.0 zu integrieren, fördert nicht nur Kundendialog sondern führt letztendlich auch zu einer höheren Loyalität.
Unsere Welt ist voller Passwörter: der Zugang zum Firmennetzwerk, zum Bankkonto, der E-Mail Abruf oder unser Social Media Profil. Für jede dieser Funktionen haben wir hoffentlich verschiedene Passwörter. Dass man sich davon nicht alle merken kann, ist nur verständlich. Und leider verliert man auch oft die Zettel, auf die der Login notiert wurde. Forscher der Universität Regensburg haben die Lösung gefunden: Unser Tippverhalten ist unser Passwort-Ersatz. Denn dieser Rhythmus ist unverwechselbar und kann nicht kopiert werden. Die Psylock Software erkennt uns daran und verhindert Unbefugten den Zugriff. Millisekunden genau wird geprüft, in welchem Tempo die Buchstaben getroffen werden, wie lange gehalten, oder ob die linke oder rechte Großstelltaste genutzt wird. Auf der Webseite kann es jeder ausprobieren: Man schreibt zunächst neun Mal einen Satz, dann hat das System unseren Rhythmus erkannt. Auch vor Trojanern ist man sicher, denn eine hundertprozentig übereinstimmende Eingabe wird von System erkannt und der Zugang verweigert.
Anwendung findet das System beispielsweise beim Download von Musik und Videos oder bei kostenpflichtigen E-Learnings, wodurch sichergestellt wird, dass nur zahlende Mitglieder den Service nutzen. Psylock lernt sogar mit: Es erkennt unsere Tippveränderungen im Laufe der Jahre. Wer sich allerdings den Finger gebrochen hat oder nach ein paar Bier den Login-Versuch startet, wird leider abgelehnt.
Das Unternehmen TravBuddy ist mit einer Reise-Community im Netz vertreten. Hier können Reisefreudige Erfahrungen austauschen, Hoteltipps geben, Urlaubsfotos posten oder Reisegefährten finden. Als Marketingkampagne wurde eine Facebook Applikation entwickelt: Nutzer können damit eine Weltkarte auf ihrem Profil posten, die bereits bereiste Länder anzeigt. Fast 500.000 Nutzer luden sich diese Anwendung herunter, was dazu führte, dass sich innerhalb von 6 Monaten die Nutzerzahlen von TravBuddy verdoppelten und mittlerweile 1,6 Millionen Reisefans dort registriert sind. Entscheidender Erfolgsfaktor war hier die Mitteilungsfreude der Facebooker, welche das Unternehmen zu nutzen wusste.
Motorisierte Nachbarschaftshilfe bietet die neue Online-Plattform RelayRides. Sie vermittelt im amerikanischen Baltimore Autobesitzer und Suchende. Besitzer können ihr Auto stunden- oder tageweise vermieten und dabei den Preis selbst bestimmen. Dazu tragen sie online den gewünschten Preis, Zeitraum und Ort ein. RelayRides installiert anschließend ein Gerät im Wagen, das den Zugang per Code erlaubt, so dass keine Schlüssel übergeben werden müssen. Vermieter und Mieter wird ein Versicherungsschutz garantiert und der Fahrer auf sein bisheriges Fahrverhalten gecheckt. Online können sich beide Parteien bewerten. Der praktische Service soll bald auch in anderen amerikanischen Städten verfügbar sein.
Gestern Abend enthüllte Apple Chef Steve Jobs seine neueste Kreation: das iPad. Es ist eine Mischung aus Smartphone und Laptop, zeitschriftengroß, 750 Gramm leicht und ohne Tastatur. Der W-Lan unterstützte Computer vereint die Vorzüge aus Print- und Onlinewelt: Er funktioniert als E-Reader mit Farbe für digitale Zeitungen, Zeitschrften und Bücher, ist ausgestattet mit Büro-Software für Emails, Fotos, Musik, Videos und sämtliche 140.000 iPhone Apps. Ab März wird die Wunder-Elektrotafel weltweit verfügbar sein und zwischen 499 und 829 Dollar kosten. Die UMTS Version soll ab April in den USA ausgeliefert werden.
So wird das Internet zu unserem ständigen Begleiter. Statt in der U-Bahn die Vortags gedruckte Zeitung zu lesen, halten wir nun alle Echtzeit-Informationen direkt in unseren Händen. Allerdings hat auch dieses ultimative Medienkontrollgerät seine Grenzen: Da es in erster Linie für das Konsumieren von Medien gedacht ist, fehlt ihm eine Telefonier-Funktion, Kamera oder USB-Buchsen.
Ob das Gerät tatsächlich eine neue Ära des Medienkonsums einleitet, bleibt schon allein auf Grund des Preises abzuwarten. Hier Steve Jobs bei seiner gestrigen Vorstellung des Apple Tablets: