Was ist Nontent?

Content, den man nicht wirklich wahrnimmt.

Die TV-Serie, die im Hintergrund dudelt, ist das typische Beispiel für Nontent. Einfach ein Programm, das läuft – während wir eigentlich auf etwas Anderes fixiert sind.

Das Wort “Nontent” und den damit verbundenen Gedanken habe ich in diesem netten Artikel von Mike Powell gefunden. Ich weiß nicht, ob das Wort sonst irgendwie gebräuchlich oder zumindest in Marketingkreisen bekannt ist, mir war es neu.

Mike erklärt es so: wenn Content das ist, was die Leute suchen, um es sich anzuschauen, dann ist Nontent das, was sie suchen, um zu entspannen.

Und er ist überzeugt: jeder schaut sich (irgendwann, irgendwie) Nontent an oder hört ihm zu. Ich glaube, er hat recht.

Der Witz ist nun: Die Wahrscheinlichkeit für einen Impulsekauf steigt umgekehrt proportional zur Konzentration und Fokussierung auf das entsprechende Thema.

Oder anders gesagt: Was im Nontent promotet wird, hat bessere Chancen, als Impulskauf geordered zu werden. Angeblich ist das ein seit vielen Jahren etabliertes Gesetz der Homeshopping-Kanäle.

Fernsehen? Homeshopping? – sollte es hier nicht um Social Media gehen?

Das stimmt. Vielleicht haben Sie hier vor einigen Tagen schon einen Beitrag zum sogenannten “Dual-Screening” gelesen. Immer mehr Menschen benutzen beim Fernsehen auch noch ihr mobiles Endgerät (den “Second Screen“) und sind darauf unter anderem in sozialen Netzen unterwegs – wie es aussieht beim Fernschauen besonders in Twitter.

Vor diesem Hintergrund kann man sich leicht ein munteres Content-Nontent-Spiel der beiden Scrreens ausmalen, ggf. sogar mit wechselnden Rollen:

Wenn im Stadion wieder Stromausfall ist, wird zwar hart gezwitschert, aber die TV-Botschaften im Hintergrund erreichen den Empfänger durchaus. Und wenn das Spiel dann wieder losgeht, liest man mit einem kleinen Auge noch die lustigen Tweets von den Keksherstellern & Co.
(Das Beispiel bezieht sich auf einen Artikel von vor 1 Woche)

Für den Marketier tun sich hier jedenfalls neue Möglichkeiten auf. (Sie setzen allerdings gute Kenntnisse des Medien-Konsumverhaltens voraus.)

Es steht also zu erwarten, dass auf diesem Nontent-Klavier in Zukunft sehr viel intensiver gespielt wird.