Aug
20
Analysten bei Yahoo untersuchten Tweets hinsichtlich ihres Wahrheitsgehaltes und machten eine erstaunliche Entdeckung: Tweets, die falsche Gerüchte verbreiten, werden sehr viel häufiger von der Community bezweifelt, als solche, die sich später als wahr herausstellen. Damit wirkt Twitter wie ein kollaborativer Filter, der durchaus zu verlässlichen Vorhersagen dienen kann.
Die Analysten untersuchten beispielsweise, wie sich Tweets nach einem Erdbeben verbreiten. Da Twitter den Augenzeugen von Katastrophen eine einfache und schnelle Möglichkeit bietet, ihre Berichte der ganzen Welt zugänglich zu machen, finden sich hier häufig noch unbestätigte Aussagen, deren Glaubwürdigkeit bezweifelt wird.
Die Analysten konnten keine Verbindung zwischen glaubwürdiger Information und Häufigkeit der Tweets oder Re-Tweets finden. Was sie jedoch herausfanden war, dass wenn falsche Gerüchte auf Twitter auftauchen, etwa die Hälfte der Tweets, die sich auf diese Info beziehen, sie bezweifeln. Im Gegensatz dazu fanden die Forscher nur 1 Prozent zweifelnde Tweets bei Gerüchten, die sich später als wahr herausstellten. Die Community selbst filtert hier die immensen Datenmengen.
Diese Vorhersagekraft der Community sollte laut Analysten genutzt werden: So könnte ein Twitter Service eingerichtet werden, der Tweets analysiert und die Nutzer warnt, wenn zu diesem Thema bereits viele Zweifel bestehen. So weiß der Leser sofort, ob er diesem Gerücht trauen kann oder nicht.

