Wie wichtig das Geschäft mit Social Games geworden ist, beweist die neue Kooperation von American Express mit Spielentwickler Zynga. Kunden von American Express können jetzt ihre Treuepunkte in virtuelle Güter eintauschen, um damit ihre virtuelle Farm, Café oder ähnliche Online-Schauplätze auszustatten. Sind Incentives wie Kaffeemaschinen oder Kugelschreiber passé? Heißen die neuen Anreize jetzt Kühe und Kochplatten, sprich: virtuelle Güter?
Wenn American Express-Kunden normalerweise mit ihrer Karte zahlen, erhalten sie sogenannte Membership Rewards. Dies ist ein Bonusprogramm, bei dem die Kunden für jeden Einsatz ihrer Kreditkarte Bonuspunkte erhalten – für jeden Euro Umsatz gibt es einen Punkt. Diese Punkte konnten bisher in über 400 verschiedene „echte“ Belohnungen umgetauscht werden: Lautsprecher, Badesets oder Hotelübernachtungen.
Doch dank der Verknüpfung mit Zynga können diese Punkte nun auch in virtuelle Güter umgetauscht werden, d.h. Traktoren für Farmville oder ein Ofen bei Café World. Damit die Belohnungen noch attraktiver werden, gibt es exklusive virtuelle Güter, die ausschließlich durch AmEx-Punkte zu erstehen sind, wie den „American Express Blitz Herd“ bei Café World oder eine violette „AmEx-Kuh“ bei Farmville.
Jeden Monat spielen über 200 Millionen Nutzer die Social Games von Zynga. Ein enormes Potenzial, wird diese Nutzerschaft erst einmal erreicht.
Den umgekehrten Weg, die in Online-Games erspielten virtuellen Punkte in echte Produkte umzuwandeln, gehen dagegen noch wenige Unternehmen. Durch In-Game-Advertising könnte das durchaus finanziert werden.
Die Spielwiese Gaming will Google künftig offenbar auch besetzen: Nach Informationen von TechCrunch hat der Suchmaschinenriese mindestens 100 Millionen US-Dollar in den Gaming-Spezialisten Zynga investiert. Zynga steht hinter den erfolgreichen Social-Gaming-Titeln Farmville, Cafe World oder Mafia Wars, die auf Facebook einigen Traffic erzeugen.
In dieses Segment will nun wohl auch Google einsteigen. Wie TechCrunch berichtet, soll Zynga ein Eckpfeiler von Google Games werden, das noch in diesem Jahr starten soll. Ein Deal, der auch für Payment-Strukturen im Netz Konsequenzen haben könnte. Denn momentan rechnet Zynga einen Großteil über PayPal ab. Google dürfte indessen die hauseigene Variante Google Checkout bevorzugen. Der Kauf von sogenannten Virtuellen Gütern innerhalb der Social-Games ist unter Nutzern extrem beliebt und generiert enormen Umsatz für die Spiele-Hersteller .
Auch für Unternehmen sind Social Games ein gewinnbringender Markt: Gut platzierte Werbung in diesen Spielen, sogenanntes In-Game Advertising erreicht innerhalb kurzer Zeit ein Vielfaches der Kontakte traditioneller Werbeformen, so das Media-Unternehmen Initiative. Als Beispiel wird das Social Game “Farmville” genannt, das innerhalb von nur 3,5 Monaten die Schallmauer von 50 Millionen Usern weltweit durchbrach. Laut Berechnungen der Initiative-Experten wären im Radio 38 Jahre und im Fernsehen 13 Jahre nötig gewesen, um diese Reichweite zu entwickeln. Da die Gamer-Community nicht nur groß sondern auch ein hohes Maß an persönlichem Involvement mitbringt, ergeben sich daher gute Möglichkeiten für die Werbungtreibenden, die Zielpersonen individuell und nachhaltig zu erreichen.
Facebook ist 10 Mal so viel wert wie Twitter. Das Unternehmen SharesPost, welches Aktienhalter privater Unternehmen an potentielle Käufer vermittelt, veröffentlichte einen Report mit aktuell geschätzten Werten verschiedener Social Media Plattformen. Hier die Ergebnisse:
Facebook: 11,5 Milliarden $
Zynga: 2,6 Milliarden $
Twitter: 1,4 Milliarden $
LinkedIn: 1,3 Milliarden $
Linden Labs (Second Life): 383 Milliarden $
Spiele-Entwickler Zynga kreierte unter anderem das populäre Facebook-Spiel Farmville, auf dessen virtuellem Bauernhof sich weltweit 75 Millionen Menschen tummeln.