Wikipedia verliert massiv Autoren

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Schon seit längerer Zeit vernimmt man, dass es Konflikte hinter den Kulissen von Wikipedia gibt. Das Wall Street Journal hat nun erstmals Daten veröffentlicht, die den Autorenschwund der Wissensplattform belegen: In den ersten 3 Monaten dieses Jahren haben 49.000 freiwillige Autoren die amerikanische Wissensplattform verlassen. 2008 waren es im gleichen Zeitraum nur 4.900. Im Gegensatz dazu wächst jedoch die Beliebtheit der Online-Enzyklopädie: So ließ sich ein Anstieg der Besucherzahlen verzeichnen. Laut comScore wuchs die Zahl der Wissbegierigen innerhalb eines Jahres um 20 Prozent. Die Gründe der Autorenflucht liegen in mehreren Bereichen: 8 Jahre nach der Gründung von Wikipedia durch Jimmy Wales ist eine solide Informationsbasis erreicht und kein großer Aufholbedarf an Artikeln vorhanden. Problematischer ist jedoch, dass Neuautoren von einem mehrere hundert Seiten langem Regelsystem abgeschreckt werden. Zudem zensieren Administratoren strikt und es herrschen endlose Debatten um relevante Beiträge, die „mächtigere“ Admins für sich entscheiden. Wikipedia leidet an dem „Viele Köche verderben den Brei“-Syndrom. Doch gerade diese Crowdsourcing-Komponente war der Kerngedanke der Plattform. Eine kollektive Intelligenz machte Wikipedia erst möglich. Allerdings scheint wohl eine gewisse Grenze überschritten worden zu sein und der Gedanke in der Realität nicht praktikabel. So wird Wikipedia wahrscheinlich weiter an Autoren verlieren und sich mehr und mehr zu einer redaktionell betreuten Enzyklopädie entwickeln.

Twitter + Wikipedia = Twick.it

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„Fasse Dich kurz!“ lautet die Devise von Twick.it. Das neue Web2.0 Projekt kreiert eine Art Mini-Wikipedia im Twitter-Format. In der Enzyklopädie Twick.it darf man nur Beiträge schreiben, die nicht länger als ein Tweet sind, d.h. maximal 140 Zeichen enthalten. Diese sogenannten Twicks können, im Gegensatz zu Wikipedia-Einträgen, nicht editiert werden. Allerdings darf jeder User seine eigene Erklärung verfassen, die dann von anderen Nutzern bewertet werden kann. Je besser die Bewertung, desto weiter oben im Ranking erscheint der Beitrag. Eine semantische Analyse-Funktion erkennt zudem thematisch verwandte Einträge und stellt diese als Tag-Cloud oder Wissensbaum übersichtlich dar. Zwar ist Twick.it noch im Beta-Stadium, allerdings können sich User seit letzter Woche registrieren und ihre Twicks posten und mit Links füllen. Ende des Jahres soll die in Siegen entwickelte Erklär-Maschine betriebsbereit sein. Eine spannende Idee, die unserer heutigen nach schnellen Informationen strebenden Gesellschaft Rechnung trägt und dem Informations-Overkill entgegentritt. Vielleicht etwas zu drastisch, denn ob man in 140 Zeichen erklären kann, was der Autarkiefall ist, oder wie man das beste Chili zubereitet, bleibt abzuwarten…