Querdenker

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Das Magazin Horizont,  eine Fachzeitschrift für Marketing, Werbung und Massenmedien, hat das Kreativranking für 2009 veröffentlich. Unternehmen und Marken werden nach der Anzahl und Art von Preisen, die sie in einem Jahr für Kampagnen und andere Werbeaktivitäten erhalten haben, bewertet. Hier eine kleine Auswahl von Kampagnen der Gewinneragenturen:

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Ikea  Österreich – Das Kleidermonster (Clothesbeast)

Ohne Worte – jeder Freund des kreativen Chaos kennt dieses Schreckgespenst.

Kleidermonster

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Audi Q5 – Werbespot

Ästhetisch und mitreißend vermittelt dieser Spot das Gefühl von Dynamik und Präzision auf wirklich kreative Weise: Das Auto entsteht erst vor den Augen des Betrachters, wird von Menschen in perfekter Interaktion erschaffen – aus schlichten farbigen Tafeln.

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Interaktives Plakat von Amnesty International

Zu sehen sind glücklich nebeneinander stehende Ehepartner – wenn man hinschaut. Eine Kamera im Plakat registriert, ob das Plakat betrachtet wird. Wird das Plakat nicht betrachtet ändert sich das Bild: Der freundliche Ehemann schlägt seine Frau. Darunter der Slogan „Es passiert wenn niemand hinsieht!“

Ehepaar

Twitter bald mit Werbung

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Twitter will demnächst ins Werbegeschäft einsteigen. Dies gab Dick Costolo, Geschäftsführer des Microblogging-Dienstes bekannt. Genauere Details wollte er zwar nicht nennen, versprach jedoch, es werde „faszinierend, cool und nicht traditionell“ werden und „die Leute werden es lieben“. Hoffen wir, dass die Werbung gut ankommt und nicht weitere User abschreckt, da Twitter zur Zeit mit starken Nutzerrückgängen zu kämpfen hat. Laut einer Nielsen-Studie gingen im Oktober die Twitter-Seitenaufrufe im Vergleich zum Vormonat um 27,8% zurück. Ein Teil des Rückgangs könnte allerdings auch mit dem veränderten Zugriff auf die Twitter-Plattform zusammenhängen: Durch Anwendungen von Drittanbietern oder Zugang über Smartphones wird immer häufiger der Twitter-Dienst in Anspruch genommen. Diese wurden in der Studie nicht berücksichtigt. Laut eMarketer soll die Anzahl der Twitter-User in den USA jedoch weiter wachsen und 2010 bei 26 Mio. liegen. Momentan sind es 18,9 Mio.

Werbebranche hat entscheidende Trends verschlafen

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Die aktuellen Probleme der Werbebranche können nur durch eine radikale Veränderung der Branche und Umdenken der Kommunikationsexperten gelöst werden. So sieht es zumindest Michael Schröder, Kommunikationsprofi und Organisator des 37. Deutschen Marketing-Tages. Viele Unternehmen und Agenturen denken seiner Meinung nach zu altmodisch und werden durch Kommunikationsexperten falsch beraten. Das Paradigma der breit gestreuten Werbung birgt Probleme, da durch wahllose Schaltung eine immer differenziertere Zielgruppe nicht mehr erreicht wird. Hier werden fein abgestimmte Kampagnen auf vielen Kanälen benötigt um die Kunden zu erreichen. Mittlerweile herrscht jedoch eine große Entfremdung zwischen Kunde und Unternehmen. Die Konzerne verlieren die Zielgruppe aus den Augen, da sie die Sozialen Medien nicht ernst nehmen und kein Geld in deren Erforschung investieren. Sie schrecken vor der Herausforderung zurück, mit der Schnelllebigkeit dieser Kommunikationskanäle mitzuhalten. Doch Marken können nur überleben, wenn sie genau das können: auf aktuelle Diskurse sofort reagieren. Echtzeit-Marketing ist das Schlüsselwort. Sogenannte Online-Monitoring-Systeme beispielsweise, die stundenaktuell die Diskurse über die Marken auswerten, existieren zwar bereits, jedoch fehlen Erfahrungswerte im Umgang mit den gewonnenen Erkenntnissen. Wer es jedoch schafft, diese richtig zu interpretieren hat einen klaren Wettbewerbsvorteil. Dies haben Nischenanbieter geschafft: Es gibt mittlerweile viele hoch spezialisierte Start-ups aus der Online-Welt, die sich mit den neuen Kommunikationsformen befassen. Herkömmliche PR- und Marketing-Agenturen geraten somit enorm unter Druck. Deren klassischer top-down-Ansatz funktioniert nicht mehr, da sie die wichtige Fähigkeit des Zuhörens nicht beherrschen. Gerade dies ist aber entscheidend: Ein Dialog auf Augenhöhe mit der Zielgruppe, bei welchem Nutzerkritik nicht als Angriff sondern als Anregung zur Verbesserung aufgefasst wird. Die Unternehmen müssen akzeptieren, dass Marken zum Allgemeingut werden und die Kunden deren Wahrnehmung mitformen. In der Markenwelt bricht nun das Zeitalter der Demokratie an.