Wie macht man aus einem eher wenig emotionalen Produkt wie Autoversicherungen eine gelungene Social Media Kampagne? Comarethemarket.com hat es dank eines Erdmännchens geschafft. Comparethemarket.com ist eigentlich eine Suchmaschine für Autoversicherungen in Großbritannien. Nun wurde eine Kampagne gestartet, in der ein russisches Erdmännchen namens „Aleksandr Orlov“ zum Hauptakteur wurde. Zunächst trat die Kunstfigur vor allem im TV in Erscheinung und beschwerte sich in mehreren Spots darüber, dass zunehmend mehr Leute auf der Suche nach comparethemarket.com (Vergleiche den Markt) fälschlicherweise auf „seiner“ Seite comparethemeerkat.com (Vergleiche das Erdmännchen) landen und dort nach billigen Kfz-Versicherungen zu suchen. Um diesem Treiben ein Ende zu setzen, hat es sich deshalb nun entschlossen, diesen Irrtum aufzuklären: Wer Erdmännchen sucht, gehe bitte zu comparethemeerkat.com, und wer eine günstige Versicherung braucht, der solle bitte zu comparethemarket.com gehen!
Ein genialer Schachzug: Das Tier mit dem lustigen russischen Akzent sicherte sich sofort alle Sympathien, bekam einen eigenen Wikipedia-Eintrag mit adligem Familienstammbaum und prägte sogar den Neologismus „Simples“, der Einzug in den britischen Alltag hielt. Die Schwesternseite Comparethemeerkat.com wurde eingerichtet, auch eine eigene Facebook-Seite und Twitter-Account ins Leben gerufen. Mittlerweile hat er 750.000 Fans und 36.000 Follower gesammelt. Viele Fans waren so begeistert, dass sie selbst anfingen, Bilder mit Aleksandr zu verbreiten und Fotomontagen aus aktuellen Nachrichtenbildern zu kreieren. Das ist wahres Viral-Marketing!
Sicher war die Kampagne nicht billig, doch der Erfolg spricht für sich: Nach 3 Tagen hatte die Versicherung das Monatsziel für Kundenanfragen erreicht. Darüber hinaus konnte man ein Gesamtwachstum eingegangener Anfragen von 45% verbuchen, 90% mehr als in der Vergleichsperiode im Vorjahr.
Hier ein interessantes Viral des Unternehmens LG Electronics. Der Firmenname LG steht übrigens für „Lucky Goldstar“. Jeder der jemals eine SMS mit LG am Ende erhalten hat, bekam keine „lieben Grüße“ sondern wurde Opfer einer groß geplanten Marketing-Aktion. Toll! Eventuell aber etwas zu komplex um ein Viral zu werden…
Einzelhändler Otto setzt mit einer neuen Werbekampagne auf virale Verbreitung: In der Video-Aktion „So schnell wird man Chef“ kann jeder Nutzer testen, wie es sich anfühlt Chef zu sein und dafür in die Rolle des Vice President des Otto-Unternehmens schlüpfen. Basis der Aktion ist ein kurzer Film, der in einer weiblichen und in einer männlichen Ich-Perspektive im Otto-Hauptgebäude in Hamburg gedreht wurde und im Nachgang von Nutzern personalisiert werden kann. Dafür greift die Software auf Facebook-Fotos der Nutzer zu, googelt die angegebenen Namen und baut die Ergebnisse in die Geschichte ein. Das Video kann man anschließend an seine Facebook-Freunde weiterleiten.
Wer sich auf der Website registriert hat, kann außerdem an einem Gewinnspiel teilnehmen. Als Hauptgewinn winkt zwar nicht der Chefposten, aber ein Tag an der Seite der Manager Jörg Daschner (Direktor Otto-Einkauf Hardwaren), Michael Picard (Direktor Otto-Personal) und Björn Schäfers (Geschäftsführer von Smatch.com). Zusätzlich findet der User auf der Seite Style-Tipps für Bewerbungsgespräche und Infos zu vakanten Stellen bei Otto.
Mit einer einfachen und genialen Idee erklimmt Diesel ein neues Level im Social Media Marketing: In mehreren spanischen Diesel-Shops kann man sich nun im Ankleidebereich vor eine Diesel Cam stellen und Fotos von der Anprobe machen lassen. Diese Fotos werden via Facebook Connect direkt auf Facebook veröffentlicht, damit Freunde sofort ihre Kommentare abgeben können, ob die ausgewählten Kleidungsstücke wirklich zur Person passen. Da auf jedem Anprobefoto rechts oben ein Diesel-Logo erscheint, will Diesel einen entsprechenden Viral-Effekt entfachen. Das könnte diese Idee tatsächlich schaffen: Die Kunden haben Spaß, der Branding-Effekt ist hoch und Facebook erobert zunehmend auch die Offline-Welt.
Eine sehr gelungene Marketing-Aktion von Germanwings: Die setzten sich ins Konkurrenz-Flugzeug easyJet und starteten in 10.000 Metern Höhe eine Art „Plane-Mob“. Das Video stellte Germanwings auf YouTube und ließ es ein Viral werden. Viel Spaß damit
Dass Facebook auch sozialen Druck ausüben kann, beweist dieses Southpark Video. Wer hat mehr Freunde? Warum ist er mit ihr, aber nicht mit mir befreundet? Die Facebooker scheinen es zu verstehen und machten es auf ihren Pinnwänden zum Viral der Woche. Herrlich!
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