Dank eines Tweets von Promi Ashton Kutcher bekommt BMW nun kostenlose Werbung. Ashtons Twitter-Account @aplusk zählt stolze 4,5 Millionen Follower. In seinem Tweet, in dem er versichert, nicht von BMW bezahlt worden zu sein, verweist er begeistert auf ein YouTube Video. Den Autohersteller wird´s freuen: Innerhalb von 4 Tagen sahen sich mehr als 600.000 Nutzer den Spot an.
Ja, ja. Das Mitmach-Netz. Man sollte den Anschluss auf keinen Fall verpassen. Deshalb die Devise für Unternehmen: Social Media Präsenz zeigen, sich jung, dynamisch und witzig präsentieren, auch wenn man noch keinen klar strukturierten Plan hat. Das schönste Geschenk für die Bemühungen: Einen Viral-Hit zu landen. Doch man sollte auch bedenken, dass dieser nicht nur aufgrund positiver Meinungen entstehen kann. So das Werbevideo aus der Human Resources-Abteilung eines großen Handelskonzerns, mit dem neue Mitarbeiter rekrutiert werden sollen…
Wer seit ein paar Tagen in den Statusmeldungen der weiblichen Facebook-User Worte liest wie „weiß“, „dunkelrot“, „gestreift“ wundert sich zunächst etwas. Ohne weiteren Kommentar werden diese Farbschlagworte scheinbar wahllos im Profil gepostet. Der Grund: Es gab wohl einen Aufruf einiger Frauen in Amerika, die auf Brustkrebs aufmerksam machen wollten. Ein paar Facebook Nutzerinnen wurden darin aufgefordert, die Farbe ihres BHs zu posten, um das Thema ins allgemeine Bewusstsein zu holen. Binnen weniger Tage überschwemmte die „Farb-Welle“ die internationale Facebook Landschaft. Den genauen Auslöser kennt (noch?) niemand. Ob damit jedoch wirklich auf das Thema Brustkrebs aufmerksam gemacht wird, sei dahingestellt. Fakt ist, dass die Viral-Aktion den Nerv der Nutzer getroffen hat mit ein paar simplen Zutaten: Neugier (Was bedeuten diese Worte?), Spaß (Irritation der Freunde), Gruppenzugehörigkeit (zu den wenigen mit Insider-Wissen zu gehören) und das Gefühl, den anderen einen Schritt voraus zu sein, wenn man das Mystery-Rätsel gelöst hat und schon „dabei“ ist. Typisch Web2.0: Es formierte sich schon eine Männer-Gruppe, die nun die Farbe ihrer Boxershorts postet. Das Virus ist wohl auch übertragbar: Auf StudiVZ geistert die Farb-Aufforderung nun auch. Unterwäsche-Hersteller der ganzen Welt ärgern sich jetzt wahrscheinlich, nicht auf diese Idee gekommen zu sein!
Guerilla-Marketing ist Trend. Unternehmen nutzen diesen juristischen Graubereich um ihre Werbebotschaften an den Konsumenten zu bringen. Der Konsument darf theoretisch nicht mit Schleichwerbung konfrontiert werden, d.h. mit nicht kenntlich gemachter kommerzieller Kommunikation. Doch Guerilla-Marketing täuscht oft genug Journalisten mit einer erfundenen Story – dies ist nicht verboten. Diese verbreitet sich dann als Viral im Netz. Hier ein paar Beispiele gelungener Aktionen:
Hornbach: Die Baumarktkette Hornbach drehte ein Video, bei welchem der Stuntman Ron Hammer (eine erfundene Figur) mit seinem Motorrad über einen Baumarkt springt – und verunglückt. Das Fake-Video wurde ins Netz gestellt und verbreitete sich rasant auf YouTube. Dahinter stand eine aufwändige Produktion: Die Figur Ron Hammer bekam einen eigenen Wikipedia-Eintrag, Plakate mit angekündigten Shows und Hornbach später mehrere Preise für die Aktion:
Axe: Für die Deo-Marke wurde die musikalische Kunstfigur Dr. Stay Dry erschaffen – plus detaillierter Vergangenheits-Geschichte. Mit dem falschen Rapper wurde ein Musik-Videoclip gedreht, der sehr stark an einen Axe Werbespot erinnert und daraus sogar zitiert. Der Song wurde ein Hit. Wohl auch durch die Unterstützung von MTV und Viva, die den Song rauf und runter spielten.
Deutsche Bahn: Die Bahn drehte gestellte Straßenumfragen und stellte diese auf YouTube.
Porsche: Der Autohersteller hängte einen Porsche an einen Kran. Registrierte User konnten anschließend per SMS abstimmen, ob das Auto fallengelassen oder verlost wird. 100.000 User registrierten sich innerhalb einer Woche und ließen den Porsche fallen.
Lego: Ein Strand in Holland. Eine 2,5 Meter große Plastikfigur wird unter mysteriösen Umständen an den Strand gespült. Sofort tauchen „Augenzeugen-Videos“ auf und verbreiten sich im Netz. Internationale Presse und Blogger machen sich auf die Suche nach dem Ursprung der Figur. Schließlich finden sie heraus, dass sie mit dem 70. Geburtstag von Lego zu tun haben muss. Clever, denn eine normale Pressemitteilung von Lego hätte niemals eine weltweite Berichterstattung ausgelöst.