Dank eines Tweets von Promi Ashton Kutcher bekommt BMW nun kostenlose Werbung. Ashtons Twitter-Account @aplusk zählt stolze 4,5 Millionen Follower. In seinem Tweet, in dem er versichert, nicht von BMW bezahlt worden zu sein, verweist er begeistert auf ein YouTube Video. Den Autohersteller wird´s freuen: Innerhalb von 4 Tagen sahen sich mehr als 600.000 Nutzer den Spot an.
Facebook ist 10 Mal so viel wert wie Twitter. Das Unternehmen SharesPost, welches Aktienhalter privater Unternehmen an potentielle Käufer vermittelt, veröffentlichte einen Report mit aktuell geschätzten Werten verschiedener Social Media Plattformen. Hier die Ergebnisse:
Facebook: 11,5 Milliarden $
Zynga: 2,6 Milliarden $
Twitter: 1,4 Milliarden $
LinkedIn: 1,3 Milliarden $
Linden Labs (Second Life): 383 Milliarden $
Spiele-Entwickler Zynga kreierte unter anderem das populäre Facebook-Spiel Farmville, auf dessen virtuellem Bauernhof sich weltweit 75 Millionen Menschen tummeln.
Toyota hatte in letzter Zeit mit negativer Publicity zu kämpfen. Auf Grund der Rückrufaktionen (derzeit 8,5 Millionen Autos!) sowie schlechter Verkaufszahlen, sah sich der japanische Autohersteller gezwungen, sein angeschlagenes Image zu verbessern. Welche Maßnahme ergreift das Unternehmen zur Image-Reparatur? Es setzt auf Twitter, natürlich! Ein Branded Channel „Toyota Conversations“ auf dem Twitter-Aggregator TweetMeme bringt hauptsächlich Toyota-freundliche Tweets, wie „5 Gründe einen Toyota zu kaufen“. TweetMeme sammelt die aktuellsten Links und beliebtesten Tweets aus verschiedenen Quellen. So werden unternehmensbezogene Topstories aus Nachrichten und Pressemitteilungen für Toyota zusammengestellt und veröffentlicht. Aber auch Toyota-Videos und -Bilder, die auf Twitter beliebt sind, werden herangezogen. Sieht man sich die Tweets an, die auf der Seite erscheinen, so erkennt man hauptsächlich positive Nachrichten. Dies spiegelt die öffentliche Meinung über Toyota keinesfalls wider, da diese auf Grund der serienbedingten Fahrzeugmängel und Unfälle deutlich negativ gefärbt ist. Der Trick: Bei TweetMeme kann man sich die Newsquellen selbst aussuchen. Es scheint, Toyota hat sich Quellen gesucht, die dem Unternehmen freundlich gesinnt sind.
Interessant, dass ein Unternehmen wie Toyota auf Twitter setzt um sein Image durch direkten Kundendialog wiederherzustellen. Twitter dient eben nicht nur der Beobachtung von Kundenmeinungen sondern auch dazu, direkt an Gesprächen teilzuhaben und diese zu steuern. Ob das Toyota aus der Imagekrise hilft, bleibt abzuwarten.
Wer auf Twitter beachtet werden möchte, sollte sich an eine simple Regel halten: Benutze das Wort „Twitter“ in deinen Tweets. Die Chancen auf einen Re-Tweet bei Selbstreferenz steigen um über 300 Prozent. Selbst das Wort „Facebook“ hat im Microblogging-Dienst eine positive Wirkung: 60 Prozent der Tweets werden anschließend weitergeleitet. Man sollte allerdings nie den Fehler begehen, den Begriff „Twitter“ in seinem Facebook-Status zu erwähnen! Dann, so die Untersuchung von Dan Zarella, fällt die Chance auf ein Teilen mit Freunden um über 100 Prozent. Besser kommt bei den Facebook-Fans Selbstreferenz an: Wer in seinem Status das Wort „Facebook“ erwähnt, wird zu 220 Prozent wiedererwähnt. Der Grund für die abschreckende Wirkung von Twitter bei Facebookern liegt wohl darin, dass es den Facebookern nicht um das Funktionieren des Systems an sich geht. Twitter-Fans hingegen sind „Social Media Freaks“, sie interessieren sich für das System und alle Möglichkeiten, es zu nutzen und zu verbessern. Facebooker reagieren meist empört bei Funktions-Änderungen ihres Sozialen Netzwerks. Diese Regeln können sehr nützlich sein, will man z.B. als Marketing- oder PR-Profi ein Unternehmen auf diesen Plattformen promoten.
Über 52 Millionen Twitter-Accounts existieren weltweit. Allerdings muss bei dieser gigantischen Nutzerzahl beachtet werden, dass 38% der Nutzer noch nie einen einzigen Tweet gesendet haben, d.h. „lediglich“ 33 Millionen Nutzer-Accounts werden aktiv benutzt. Um ein Bild der weltweiten Nutzerverteilung zu erhalten, analysierte Sysomos über einen Zeitraum von 2 Monaten (Oktober bis Dezember 2009) 13 Millionen aktive Accounts. Das Ergebnis: Über die Hälfte der Twitter-Nutzer stammen aus den USA, mit weitem Abstand gefolgt von Brasilien und Großbritannien. Deutschland belegt immerhin Platz fünf der Twitter-Liste.
Gute Inhalte sorgen für eine große Reichweite. Das ist die Kernaussage einer aktuellen Twitter-Studie des Beratungsunternehmens Absolit und dem Verband der deutschen Internetwirtschaft eco. Hierbei wurden über einen Zeitraum von 3 Monaten die 20 twitter-aktivsten Unternehmen in Deutschland beobachtet. Hauptgrund für den Twitter-Einsatz sei, sich durch den direkten Kundendialog in ein gutes Licht zu setzen. Twitter ist der meist genutzte Social Media Kanal von deutschen Unternehmen. Was die Zahl der Follower betrifft, so liegt Lufthansa mit großem Abstand vorne: Mehr als 18.500 Follower hat das Unternehmen mittlerweile. Dieser Erfolg kann, laut Forscher, nur mit interessanten Inhalten erreicht werden, da die Follower diese Tweets auch an Bekannte weiterleiten.
Der Interessens-Index ergibt sich aus den weiterempfohlenen Nachrichten (Anzahl retweets) sowie dem Anteil an Weiterempfehlern im Abonnentenstamm (Anteil Follower).
Google, Messe Frankfurt oder Daimler publizieren einfach – teils automatisierte – Pressemitteilungen ohne auf die Follower einzugehen. Google und Messe Frankfurt publizieren etwa 2 Meldungen pro Woche, Daimler zwitschert 4 Mal. Damit verzichten diese Unternehmen jedoch auf das große Potenzial von Twitter: den Dialog. US-Firmen wie Comcast z.B. geben täglich ca. 20 differenzierte Antworten auf Kundenanfragen. Das haben sich Otto, Ebay, Kodak und Vodafone zum Vorbild genommen und sind im Kundendialog deutsche Vorreiter. Fast 90% der Twitter-Nachrichten von Otto sind Antworten auf Kundenanfragen. Dahinter stehen 3 Personen, die zeitversetzt die Kundenanfragen bearbeiten.
Auch die Qualität der Follower ist natürlich wichtig. Denn wirkliche Fans tragen viel zur Verbreitung bei. Die aktivsten Follower haben Daimler, Kodak, Allianz und Otto. In den USA ist Twitter schon fester Bestandteil im Kundendialog: US-Unternehmen erreichen hundertmal mehr Sichtkontakte als deutsche Firmen.