In einer Neuauflage der Marketing-Kampagne „Mach dich karibisch“, startet die Likörmarke Malibu ein Online-Game auf StudiVZ. Malibu nutzt als Grundlage die neue Funktion „Edelprofil“ auf der Plattform – eine Art Fan-Seite wie bei Facebook – um mit den Unsern in Kontakt zu treten. Die App „Malibu Islands“ ist ein Online-Spiel, bei welchem sich die User eine individuelle Insel gestalten können. Innerhalb des Spiels können die Nutzer an Gewinnspielen teilnehmen und Karten für echte Party-Events gewinnen.
Neben der Social-Media-Kampagne hat der Likör des Spirituosenkonzerns Pernod Ricard auch die Internetseite mach-dich-karibisch.de gestartet. Wer sich hier als Malibürger registriert, bekommt Preisnachlässe auf alle Artikel im Online-Malibu-Shop.
Interessant ist, dass Malibu auf Facebook keine deutsche Fanseite hat und das Inselspiel dort nicht möglich ist. Der Verweis auf das StudiVZ-Spiel ist auf Facebook nur schwer zu finden und nur über eine Nebenseite. Scheint, als ob sich Malibu entscheiden musste, bei welchem der beiden Netzwerke das Spiel laufen soll, und sich dann für das Netzwerk mit den meisten Nutzern (insgesamt 15 Mio. Nutzer) entschieden hat. Ob es auf lange Sicht nicht besser gewesen wäre, auf Facebook zu setzen?
SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ lernen von Facebook. Sie führen nun ebenfalls Applikationen ein, um den Usern einen Mehrwert zu bieten. So soll es zum Start eine Online-Karaoke App, ein Social Game, ein Fundraising-Werkzeug oder auch eine App geben, mit der man sich einen Pizza-Bringdienst in seiner Nähe aussuchen kann. Existieren bei Konkurrent Facebook bereits zehntausende solcher Programme, so starten die VZ-Netzwerke zunächst mit 9 Anwendungen. Auch beim Thema Datenschutz sind die Betreiber vorsichtiger: Der User kann für jede App einzeln festlegen, auf welche persönliche Daten zugegriffen werden darf (diese Daten benutzt die Anwendung zur Ergebnisgenerierung). Ein weiteres Feature schaut sich die VZ-Gruppe von Facebook ab: Im 2. Quartal 2010 soll ebenfalls ein Bezahlsystem eingeführt werden, womit Nutzer virtuelle Güter kaufen und verkaufen können.
Noch ist die VZ-Gruppe als Soziales Netzwerk führend in Deutschland mit insgesamt 14,6 Mio. Nutzer. Doch Facebook wächst stetig und hat mittlerweite über 5 Mio User hierzulande. Die VZ-Seiten hatten den Startvorteil in Deutschland, konnten sich früher etablieren und halten die Nutzer durch den Netzwerkeffekt („Alle Freunde sind hier.“), hinken jedoch im Feature- und Internationalitäts- Bereich extrem hinterher. Der Trend geht ganz klar zu Facebook. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis Facebook auch in Deutschland die Monopolstellung erreicht.