Twitter bei der Stellensuche erfolgreich nutzen

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Fast 30 Prozent aller Neueinstellungen entstehen über soziale Netzwerke. Immer mehr Unternehmen suchen im Web2.0 gezielt nach Arbeitskräften und erhöhen ihre Präsenz: Auf Twitter beispielsweise sind 39 Prozent der größten deutschen Marken aktiv. Tendenz steigend. Die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme von Jobsuchenden mit den Unternehmen steigen somit, und immer mehr Jobsuchende und auch Personalchefs nutzen den Microblogging-Dienst um eine Stelle zu finden, bzw. zu besetzen. Der Schneeballeffekt des häufigen Retweetens trägt dazu bei, dass sich ein Stellenhinweis oder -gesuch schnell verbreitet.

Hier sind 6 Strategien, die man als Jobsuchender für eine erfolgreiche Stellensuche anwenden kann: 

1. Twittere wie ein Branchenexperte

Sage mir, wie du twitterst, und ich sage dir, wer du bist. Man sollte immer beachten, dass alles, was man twittert zur eigenen Online-Persönlichkeit beiträgt – positiv wie negativ. Der eigene Twitter-Stream sollte ein entsprechend professionelles Bild abgeben und den Status eines Branchenexperten unterstreichen.

Relevante Links sollten mit den Followern geteilt werden und die neuesten Branchen-News kommentiert werden. Das belegt einerseits Interesse an den neuesten Branchen-Trends, andererseits sehen potenzielle Arbeitgeber, was man liest und ob man mit diesem Wissen für die Stelle geeignet wäre.

2. Nutze Twitter-Hashtags

Ein großer Nachteil von Twitter ist, dass eine aktive gezielte Suche nach Stellen z.B. in einer bestimmten Region nicht möglich ist. Hashtags helfen, die Suche zu verfeinern. In der Liste der aktuellsten Twitter-Trends hat es der Begriff „Jobs“ im Dezember 2009 bereits an Position 17 geschafft und liegt damit vor Themen wie „StudiVZ“ oder „Weihnachten“.

Man findet viele allgemeine Informationen und Job-Listen durch Hashtags wie #jobs, #jobsuche oder #stellenangebot. Um die Trefferliste zu verfeinern, sollten jedoch zusätzliche eingrenzende Hashtags verwendet werden, wie etwa: #Vertrieb, #Berater und #Stadtname.

Ebenfalls interessant sind Branchenkonferenzen – meist haben sie einen eigenen Hashtag. Nähert sich solch eine Konferenz, sollte man deren Hashtag einbauen, um von den Teilnehmenden gefunden zu werden, egal ob man teilnimmt oder nicht. So hat man die Chance, sein Netzwerk zu vergrößern.

Zusätzlich kann man Twitter-Accounts folgen, die regelmäßig Jobangebote veröffentlichen. So veröffentlicht die Stellenbörse Monster regelmäßig die neuesten Stellenangebote aus dem Bereich PR auf PRJobsDE. Weitere Listen des offiziellen Twitterkanals MonsterDE sind: jobs-sales, jobs-im-marketing, jobs-im-projektmanagment, jobs-in-muenchen, jobs-in-frankfurt.

Natürlich kann man ebenfalls direkt einem Unternehmen folgen, für das man gerne arbeiten möchte. Oft gibt es dort auch Hinweise auf Jobmessen.

3. Vernetze dich mit Personalchefs und Angestellten

Auf der Jobsuche sollte man sich ebenfalls über das Unternehmen informieren um herauszufinden, wer dort arbeitet und wer für die Einstellungen zuständig ist. Hat man erst einmal die Verbindung zu den entsprechenden Personen hergestellt, ist es auch wahrscheinlich, dass das Unternehmen bei einer neuen Stellenausschreibung direkt auf einen zukommt. 

4. Baue ein starkes Netzwerk auf

Oft berichten Menschen, die über Twitter einen Job gefunden haben: „Ich habe eigentlich gar keine neue Stelle gesucht.“ Bei Twitter ist Netzwerken gefragt, um dessen volles Potenzial ausschöpfen zu können. So wird man oft eher von den Möglichkeiten gefunden, als dass man sie aktiv sucht. Das persönliche Netzwerk versorgt den Nutzer mit relevanten Nachrichten nach dem Serendipity-Prinzip, d.h. zufällig. 

5. Starte eine Bewerbungs-Kampagne

Ein kleiner Trick könnte ebenfalls helfen, von den Unternehmen gefunden zu werden: Da sich viele Firmen regelmäßig selbst monitoren, könnte man deren Schlagworte in sein Jobgesuch einbauen, um in den Suchergebnissen weit oben zu landen und damit Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Natürlich darf der Link auf den eigenen Online-CV nicht fehlen.

6. TwitJobSearch

TwitJobSearch ist eine Job-Suchmaschine, die in erster Linie auf Twitter gepostete Stellenangebote (aber auch jene anderer Social Networks wie beispielsweise Facebook) durchforstet und ständig aktualisiert. Die Anmeldung ist relativ einfach: Man erlaubt TwitJobSearch den Zugriff auf den eigenen Twitter-Account und die Daten werden automatisch rübergesogen. Danach muss nur noch das Profil mit allen nötigen Daten (auch von anderen Seiten wie etwa LinkedIn) ergänzt werden. Anschließend kann der User weltweit nach Jobs suchen oder selbst Jobangebote posten. TwitJobSearch macht sich bei der Anzeige der getwitterten Angebote Google Maps zunutze und zeigt die Standorte der Angebote auf einer Karte an.

Fazit:

Die Bedeutung von Twitter bei der Stellensuche wird noch zunehmen, gerade bei der jungen, internetaffinen Zielgruppe. Doch auch hier gilt: Das Instrument für die Stellensuche muss zu demjenigen passen, der damit spielen will.

Job-Speed-Dating: In zehn Minuten zur neuen Stelle

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Der neueste Trend bei der Stellensuche heißt „Job-Speed-Dating“. Hier werden Bewerber im Schnellverfahren mit einem neuen Chef verkuppelt. Das Prinzip folgt dabei dem von Flirtbörsen: Die Bewerber wechseln im schnellen Takt ihren Gesprächspartner und müssen innerhalb kurzer Zeit versuchen, ihr Gegenüber von sich zu überzeugen. Anwendung findet das Konzept in Deutschland unter anderem schon bei der Arbeitsagentur in Potsdam. Im Juni 2009 gab sie jungen Akademikern 10 Minuten Zeit, um die Arbeitgeber für sich zu gewinnen. Eine Glocke läutete dann den Wechsel der Gesprächspartner ein. Von 55 Bewerbern seien 12 später eingestellt worden. Die Treffen sind dabei ganz unterschiedlich: Während sie für Akademiker und angehende Lehrlinge eher klein gehalten werden, gibt es für Langzeitarbeitslose große Massen-Events.

Wie in der Liebe kommt es auch hier vor allem auf den ersten Eindruck an. Gerade Bewerber mit nicht so guten Zeugnissen bekommen auf diese Weise ebenfalls eine Chance. Für den guten Eindruck beim Speed-Dating muss man sich jedoch schnell und gut verkaufen können. Deshalb haben Schüchterne eher schlechte Karten. Eine gründliche Vorbereitung hilft dabei, schnell auf den Punkt zu kommen. Ein richtiges Bewerbungsgespräch wird dadurch allerdings nicht ersetzt. Die Treffen sollen nur ein erster Türöffner sein. Erfolgreiche Bewerber haben danach eine Einladung für ein längeres Vorstellungsgespräch. Für Firmen ist dieses Verfahren enorm praktisch: Sie sparen sich das zeitaufwendige Durchsehen dicker Bewerbungsmappen. Und laut neuerer Studien ist der persönliche Eindruck und Sympathie eines Bewerbers entscheidend für die Einstellung – nicht die Noten!

Neben Potsdam und Dortmund gab es solche Castings inzwischen auch in Stuttgart, München, Gelsenkirchen, Kiel und Lübbenau in Brandenburg. In Gelsenkirchen lockte eine britische Vermittlerfirma im September 2009 nach eigenen Angaben sogar 1200 Langzeitarbeitslose ins Fußballstadion auf Schalke. Davon seien mittlerweile 120 wieder in Beschäftigung.