Social Media im Dienste der öffentlichen Sicherheit

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Im von Korruption und organisiertem Verbrechen gebeutelten Rio de Janeiro kann es lebensgefährlich sein, sich als Zeuge eines Verbrechens an die Polizei zu wenden. Denn dort muss man bei einer Anzeige seinen Namen und seine Adresse angeben; anonyme Hinweise werden nicht verfolgt. Die unterbezahlte und überforderte brasilianische Polizei ist aber leicht käuflich, und nicht selten landen so die persönlichen Daten eines Informanten bei den Gangstern selbst. Der Verein ‚Disque Denúncia‘ (frei übersetzt: Strafanzeige aufgeben) – bisher schon über eine Hotline zu erreichen – leitet anonyme Hinweise, die man nun via Facebook, Twitter und SMS schicken kann, an die Militärpolizei weiter. Die im sozial gewordenen WWW manchmal missbilligte Anonymität rettet hier Leben und bekämpft Verbrechen wirkungsvoll.