Viele Unternehmen setzen zunehmend auf Online-Recruiting. Sie durchsuchen Xing und andere Business-Netzwerke, um an passende Arbeitskräfte zu gelangen. Jetzt kann prinzipiell jeder Angestellte eines Unternehmens zum Human Resources Team gehören und auf einer neuen Seite Geld verdienen. Auch den Suchenden wird hier viel Arbeit abgenommen:
Bei dem Online-Empfehlungs-Netzwerk JobPrize können Jobsuchende demjenigen, der sie erfolgreich vermittelt hat, eine selbstbestimmte Vermittlungsgebühr zahlen.
Arbeitssuchende registrieren sich zuerst bei dem Portal und stellen ein persönliches Profil online, mit der Angabe wie viel sie jemandem zahlen würden, der sie erfolgreich vermittelt. Sogenannte „Prize Hunter“, Angestellte eines Unternehmens, das Stellen zu vergeben hat, durchsuchen währenddessen die Seite nach Profilen, die zu ihrem Unternehmen passen könnten. Finden sie jemand, empfehlen sie dem Suchenden die Position. Wird der Suchende tatsächlich angestellt, so erhält der Vermittler entweder einen internen Bonus des Unternehmens (sofern es einen gibt) oder er erhält den ausgesetzten Lohn auf Jobprize.
Damit wird Agenturen, die sich auf Arbeitnehmerüberlassung spezialisiert haben, Konkurrenz gemacht. Unternehmen müssen durch diese Art der Vermittlung nichts zahlen und auch der Vermittelte hat dadurch bessere Chancen übernommen zu werden. Für viele Mitarbeiter des Unternehmens wird es zudem attraktiv, aktiv auf Mitarbeitersuche zu gehen.
Neue Mitarbeiter über eine Zeitungsanzeige suchen? Schnee von gestern! Die jetzt auf den Arbeitsmarkt drängende Generation Y erreicht man am besten dort, wo sie sich am liebsten aufhält: in der virtuellen Welt des Web. Der Microblogging-Dienst Twitter bietet im Online-Recruiting einige praktische Vorteile. Diesen Trend haben mittlerweile auch viele deutsche Unternehmen erkannt. Doch Vorsicht: Bevor man in blinden Aktionismus verfällt, sollte man ein paar Basics beachten, damit sich das Zwitschern lohnt. Roman Brinkmann, Technologie- und Web 2.0 Experte von embrace, macht auf folgende Facts aufmerksam: Für die Generation Y ist der offene Austausch innerhalb von sozialen Netzwerken mittlerweile selbstverständlich. Twitter eignet sich hierbei hervorragend um neue Jobangebote anzukündigen oder Bewerbungstipps zu geben. Als „Appetizer“ für mehr Informationen auf der Karriere-Webpage oder als Einstieg in einen direkten und persönlichen Dialog mit der HR-Abteilung kann Twitter ebenfalls dienen. Dabei ist immer auf Offenheit sowie die richtige Mischung von Emotionen und Fakten zu achten. Die Unternehmen sollten leere Versprechungen und unhaltbare Marketingbotschaften vermeiden. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und ein gemeinsames Verständnis der Employer Branding Strategie sind im Hinblick auf den Twitter-Einsatz wichtig.
Dass Twitter als Kommunikationstool in deutschen Unternehmen ernst genommen wird, zeigt die Studie der PR-Agenturen Zucker. und Blätterwald: 50 % aller DAX-Unternehmen sind hochaktive Twitterer. 40 Prozent twittern auf Deutsch. 51% der Tweets von Unternehmen wie Allianz, Daimler, Deutsche Bahn, Lufthansa, RWE oder Tchibo behandeln dialogische Themen. 32% aller Tweets sind Nachrichten, 17 Prozent Werbebotschaften. Bei den Profilen der DAX-Unternehmen ist der Anteil der Werbung allerdings doppelt so hoch.