Zur Zeit erleben wir einen Paradigmen-Wandel im Marketing: Weg vom Outbound hin zum Inbound Marketing. Die Strategie der Kundenbeschallung (Outbound) funktioniert im Netz nicht mehr, die Kunden können sich gezielt von Werbeunterbrechungen der Unternehmen abwenden. Kunden wollen heutzutage eine Beziehung zum Verkäufer, sie wollen wissen, wer er ist, dass er ihnen zuhört und mit ihnen in Dialog tritt.
Standen beim Outbound Marketing Strategien wie
Telemarketing
Email Marketing
Printwerbung
Messen
Fernsehen und
Radio
im Vordergrund, setzt das InboundMarketing (oder auch Marketing 2.0) hingegen auf Konversation, Kollaboration, Communitys und Mundpropaganda im Internet. Hier sind vor allem Methoden wie
Suchmaschinen-Optimierung
Bloggen
Soziale Netzwerke nutzen
Inhalte via RSS zugänglich machen sowie das
Veröffentlichen von Videos, Fotos und Präsentationen (Slideshare)
zu nennen.
Eine tolle Infografik von MDGadvertising zeigt, wohin sich das Marketing in Zukunft bewegen wird. Unternehmen investieren einen größeren Teil ihrer Leadgenerierungs-Budgets in Inbound Marketing Aktivitäten. Denn die Kosten pro Lead sind hier im Schnitt um 62 Prozent geringer. Kostet ein Lead bei Outbound-zentrierten Unternehmen im Schnitt 373 Dollar, so sind es bei Inbound-zentrierten Unternehmen lediglich 143 Dollar.
Auch die Erfolge sprechen für sich: Im Vergleich zu 2009 nahm die Zahl der konvertierten Leads durch Blogs und Social Media Kanäle stetig zu. Im Bereich B2B ist LinkedIn der beste Kanal. Hier gaben 61% der Unternehmen an, über das Business-Netzwerk einen neuen Kunden gewonnen zu haben, während im Bereich B2C Facebook (67%), der Unternehmensblog (63%) und Twitter (53%) erfolgversprechender sind.
Die Zukunft ist online
2014 sollen die Online-Werbeausgaben ein Fünftel der Gesamtwerbeausgaben ausmachen. Ein größerer Anteil der Bevölkerung wird Profile in Sozialen Netzwerken haben und regelmäßig Blogs lesen.
Das Internet hat das Empfehlungs-Marketing nachhaltig verändert, denn Mund-zu-Mund-Propaganda erreicht dadurch neue Dimensionen. Besonders sogenannte „Brand Advocates“, die im Web 2.0 als Meinungsführer und Multiplikatoren fungieren, nehmen Einfluss auf das Kaufverhalten anderer Konsumenten und prägen nachhaltig den Bekanntheitsgrad einer Marke und die Kaufentscheidungen von Konsumenten.
Eine neue Studie von BzzAgent untersuchte Verhalten, Merkmale und Motivationen dieser Marken-Botschafter.
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Was sind Marken-Fürsprecher und was motiviert sie?
Brand Advocates sind Multiplikatoren, die Kaufentscheidungen beeinflussen. Es sind Kunden, die sich unentgeltlich als Fürsprecher der Marke einsetzen.
Unterstützer in Communitys, wie beispielsweise bei Dell, BestBuy oder die Bastel-Seite Fiskateers.
Die Studie nennt 9 Eigenschaften von Markenbotschaftern, die erfolgreiche Unternehmen für sich nutzen sollten.
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1. Advocates produzieren unablässig Informationen
Die Zahl der Internetnutzer, die ihre Produkt- und Service-Erfahrungen über Social Media teilen, nimmt stetig zu. Brand Advocates sind hierbei besonders aktiv: Laut Studie initiieren und führen Brand Advocates mehr als doppelt so viele Gespräche über Marken wie der Durchschnitts-User. Sie erstellen wertvollen Content und wissen ihn auf wichtigen Websites zu teilen.
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2. Advocates beeinflussen die Meinungen und Kaufentscheidungen ihrer Freunde
Brand Advocates genießen großes Vertrauen: 67% von ihnen werden als verlässliche Informationsquelle angesehen, wohingegen der Durchschnitts-User nur zu 39% als gute Informationsquelle gilt. Sie werden auch häufiger um Rat gefragt (65% im Vergleich zu 39% beim Durchschnitt) und geben Informationen, die Kaufentscheidungen beeinflussen (57% im Vergleich zu 38%).
Unternehmen, die diese Fürsprecher binden und für sich nutzen wollen, müssen bei entsprechenden Advocate-Programmen kein Vermögen ausgeben. Eine Untersuchung von Altimeter beziffert die durchschnittlichen Ausgaben für 2011 folgendermaßen:
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3. Advocates sind extrem kommunikativ und führen häufiger Gespräche über die Marke
Advocates lieben Diskussionen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Informationen über Produkte mit anderen teilen, steigt um 83 Prozent. Sie empfinden das auch keinesfalls als Last oder Arbeit – im Gegenteil: 54 Prozent empfinden das Teilen von Produkt-Informationen als entspannend. Brand Advocates fällen gerne Entscheidungen, lösen Probleme und tragen zum Informations-Pool bei.
Unternehmen sollten diese Eigenschaften nutzen und die Informations-Weiterleitung so einfach wie möglich gestalten. Relevante Informationen sollten auf dem Unternehmensblog, der Facebook-Seite oder in exklusiven E-Mails für die Advocates bereitgestellt werden.
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4. Advocates helfen anderen Usern gerne via Social Media
Advocates behalten Informationen nicht gerne für sich, sondern setzen sie ein, um Anderen zu helfen. Sie legen besonderen Wert auf einen großen Social Media-Freundeskreis und erweitern ihn mehr als doppelt so häufig mithilfe von Social Media. Ganz altruistisch ist die dargebotene Hilfe jedoch nicht: Advocates wollen als Ausgleich kostenlose Produkte und andere Incentives:
Die Realität ist nicht genug. Diesem Credo hat sich das spannende Feld der Augmented Reality (“erweiterte Realität”) verschrieben. Dabei wird unsere Wahrnehmung mithilfe von computergenerierten Zusatzinformationen erweitert. Virtuelle Objekte werden beispielsweise auf Bildschirmen eingeblendet und überlagern oder ergänzen damit in Echtzeit die reale Umgebung.
Marken wie Lego und Ray Ban nutzen Augmented Reality um ihre Produkte in 3D an PC-Bildschirmen darzustellen. Mittlerweile ist die Technologie weiterentwickelt worden und unser Mobiltelefon das wichtigste Werkzeug: Dank verschiedenster Apps können wir mit unserer Smartphone-Kamera Häuser unserer Stadt ansehen und erhalten als Einblendung, ob dort Büro-Räume zu vermieten sind. Unsere Umwelt und Zeitschriften erwachen zum Leben, wir erhalten sofortige Übersetzungen oder können von einer Person, die gerade an uns vorbeiläuft, das Social Network-Profil checken.
Projection Mapping gibt es seit ein paar Jahren: Die Software erkennt die Form eines Objekts - am besten große Oberflächen und Strukturen – und überlagert sie mit bewegten Bildern, die aus Projektoren auf das Objekt ausgestrahlt werden.
Damit können Werbetreibende kreative Ideen einbringen, sie auf unbelebte Objekte übertragen und für den Kunden neue Erfahrungen schaffen. Ralph Lauren nutzte die Technologie um bei einem Event in London eine 3D Modenschau auf die Fassade eines neuen Stores zu projizieren.
Infinity und Toyota setzten die Technik ein um ihre Autos in Szene zu setzen. Toyota bestrahlte sein Fahrzeug mit 7 Projektoren um die Effekte so realistisch wie möglich erscheinen zu lassen. Jedes Objekt wird mit dieser Technologie zu Leinwand, auf die etwas projiziert werden kann.
Hier interessante Anwendungsbeispiele für Projection Mapping:
Microsoft liefert mit seiner Kinect-Technologie für das Xbox-System eine faszinierende Möglichkeit, verschiedene Technologien (wie etwa Mikrofon, Kamera und Infrarot Sensor) miteinander zu kombinieren. Das tolle daran: Die Technologie steht – nach zahlreichen Hacker-Versuchen – jedem zur Verfügung. Dass mithilfe der Crowd Innovationen noch schneller generiert und umgesetzt werden können, erkannte nun Microsoft und stellte ein Software Development Kit vor, das mit Begeisterung angenommen wurde. Innerhalb weniger Monate entwickelten ambitionierte Hobby-Tüftler mit Kinect verschiedenste Anwendungen, von optischer Täuschung bis zu körpergesteuerten Lichtshows.
Hier eine Auswahl an Anwendungen, die Nutzer mit Kinect kreierten:
Phil Reyneri: Licht und Laser Steuerung mit Kinect
BlabblabLab: Software erstellt Souvenirs aus Personen
Die Grenzen zwischen Realität und virtueller Welt verschwimmen durch diese Innovationen immer mehr. Medien, Marketing und die Kunden selbst nutzen die Technologien um intensivere Kundenerfahrungen zu schaffen und stärkere Interaktionen zwischen Marke und Kunde zu fördern. Die genannten Beispiele sind sicher erst der Anfang und wir sind gespannt auf die neuen Entwicklungen in diesem Bereich.
Wie effektiv sind traditionelle Gutscheine im Vergleich zu digitalen Gutscheinen? Welche Coupon-Art bringt mehr ROI? Welche lockt mehr neue Kunden an? Um das herauszufinden analysierte Knowledge Networks drei Jahre lang ein Panel aus 23 Millionen Kundenkarten-Besitzern und verglich digitale Coupons, die man zu Hause ausdrucken kann mit „traditionellen“ Coupons, die schon ausgedruckt z.B. in Zeitschriften vorliegen (sogenannte “Free-standing insert Coupons”).
Das Ergebnis: Digitale Coupons eignen sich besser um neue Kunden zu gewinnen, als Standard-Gutscheine. 46% der eingelösten digitalen Gutscheine stammten von Kunden, die das Produkt noch nie zuvor gekauft hatten. Bei den eingelösten Standard-Gutscheinen handelte es sich nur in 34% der Fälle um Kunden, die das Produkt noch nie zuvor gekauft hatten.
Auch wurden die digitalen Coupons beim Kauf häufiger eingelöst: 77% gegenüber 68%.
Doch digitale Coupons erzielen einen niedrigeren ROI, was zunächst etwas erstaunt. 18% weniger ROI bringen digitale Gutscheine im Vergleich zu traditionellen Gutscheinen. Doch wenn man bedenkt, dass die digitalen Coupons häufiger eingelöst wurden und damit zu einer Preissenkung der Produkte führten sowie die mittlerweile recht niedrigen Kosten einer traditionellen Gutscheinbeilage, ist das Ergebnis nicht mehr so überraschend.
Beide Coupon-Arten wurden hauptsächlich von großen Familien und der Baby-Boom-Generation eingelöst. Mobile Coupons wurden bei der Studie nicht untersucht.
Laut Studie bleiben traditionelle Coupons auch weiterhin präsent (da profitabler), doch eine Verschiebung hin zu digitalen Gutscheinen, die auch neue Kunden überzeugen können, ist absehbar. Nicht zuletzt dank der rasanten Verbreitung von Smartphones, die eine immer effizientere und einfachere Nutzung von Gutscheinen erlauben.
Insgesamt erfreut sich der Coupon-Markt großer Beliebtheit. Seit 2008 stieg die Nutzung von Coupons um 27%, wie die Marktforscher von Inmar mitteilten.
Kleinere Unternehmen haben auf Facebook einen großen Vorteil: Sie können viel persönlichere Beziehungen zu ihren Kunden aufbauen als große Unternehmen. Leider wird diese Stärke oft übersehen und ein paar grundlegende Facebook-Regeln werden nicht umgesetzt. Hier, in Anlehnung an Mashable, 5 häufige Fehler von kleineren Unternehmen auf Facebook.
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1. Marketing-Botschaften senden
Der wohl gravierendste Fehler, den Unternehmen auf Facebook begehen können, ist es, seine Markenbotschaften hinaus zu posaunen ohne den Fans regelmäßig relevante und interessante Inhalte zu liefern.
Ehrlich und authentisch mit den Kunden interagieren statt simple Beschallung, lautet das Rezept. Fans wollen eine Verbindung zum Unternehmen aufbauen und sich als Teil einer Community fühlen. Permanente Eigenwerbung erreicht leider das Gegenteil. Dies mag für viele Unternehmen, die ihren Fokus auf Sales legen und sofortige Einnahmen aus Facebook sehen wollen, eine Umstellung sein, doch hier geht es um den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen.
2. Zu wenig Zeit investieren
Viele kleinere Unternehmen unterschätzen die Zeit, die notwendig ist um eine erfolgreiche Facebook-Strategie zu entwerfen und auch umzusetzen. Eine Fanseite zu erstellen und sie dann sich selbst überlassen, in der Hoffnung, die Fans würden schon irgendwie zum Unternehmen finden und Fan werden, ist leider zu kurz gedacht. Eine Fanseite zu erstellen ist nur der erste Schritt von vielen. Die Seite muss regelmäßige Updates erfahren und permanent gemonitort werden. Zeitnahe Antworten auf Kundenanfragen sind ein Muss.
3. Zu langweilig oder vorhersehbar
Manche Unternehmen scheinen zu vergessen, dass Facebook eine soziale Plattform ist, auf der die Nutzer lustige, interessante oder nützliche Dinge mit ihren Freunden teilen. Deshalb sollte man sich überlegen, was für die Fans wichtig ist und was sie gerne weiterleiten möchten.
Ebenfalls sollte man auf einen guten Mix von Text, Fotos, Videos und anderen Multimedia-Elementen achten. So vermeidet man es, vorhersehbar zu werden und aus dem Newsfeed verbannt zu werden.
Auch das automatische Veröffentlichen des Blog-Content oder Twitterfeed wirkt unpersönlich. Deshalb lieber mit Facebooks eigenen Tools die Beiträge veröffentlichen. Das wird auch für den Newsfeed von Facebook höher bewertet und weiter oben angezeigt als Auto-Content.
4. Kein Wissen über Facebook Tools und Funktionen
Da Facebook ein relativ neues Medium ist, haben manche Unternehmen noch Nachholbedarf was alle Funktionalitäten des Netzwerks betrifft. Aber nur so kann man ein optimales Markenerlebnis schaffen. Der Info-Tab wird selten voll genutzt und nur sehr wenige kleinere Unternehmen kreieren eine eigene Welcome-Seite.
Auch gibt es oft Probleme mit dem Profilbild. Denn die Unternehmen laden ihr Logo hoch, und das angezeigte Bild im Newsfeed ist nur ein Ausschnitt, der lediglich ein paar Buchstaben aus der Mitte des Logos zeigt. Dieses nutzlose Logo bildet dann die Marke auf Facebook.
Das Analyse-System Facebook Insights wird oft übersehen. Damit sollte man sich vertraut machen um herauszufinden, wie die Posts ankommen und den Content gegebenenfalls anpassen. Es bietet wertvolle Informationen über Nutzeraktivitäten (Views und Feedback) und Nutzer (Likes, Unlikes, Demografie usw.).
5. Die Facebook Richtlinien werden verletzt
Baut man eine Community auf einem Privatprofil auf, anstatt auf einer Unternehmensseite, ist das ein Problem. Seit ein paar Tagen kann man jedoch das Privatprofil in eine Business-Fanseite umwandeln.
Auch werden bei Gewinnspielen oft die Richtlinien verletzt. Was dabei zu beachten ist, erfahrt ihr hier.
Ebenso darf man keine Personen ohne deren Einwilligung auf Fotos markieren. Das bringt zwar deren Aufmerksamkeit, ist aber nicht zulässig und kann von den Personen gemeldet werden.
Deshalb: Zeit nehmen und die Richtlinien genau studieren.
Mit dem neuen Empfehlungsbutton “+1” will Google nun ebenfalls ein Stück vom Social Media Kuchen. Ohne Zweifel ist das Social Web die Zukunft des Internet. Doch wer eine soziale Komponente einbauen möchte, braucht auch eine Plattform, auf der sie sichtbar ist. Das war bisher Facebook. Doch nun will Google das Netz außerhalb von Facebook sozialer machen. Das kann auch die Werbeindustrie stark verändern. Zunächst eine kurze Erklärung, was das neue +1-Feature überhaupt ist.
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Wie funktioniert Googles +1?
Nutzer, die über einen Google-Account angemeldet sind, können Suchergebnisse, Anzeigen oder etwa Artikel im Google-Reader weiterempfehlen. Stoßen Freunde auf diese Suchergebnisse, bekommen sie durch ein +1 Symbol angezeigt, wenn ein befreundeter Nutzer einen Link empfohlen hat. Fremde Nutzer bekommen in den Suchergebnissen nur zu sehen, ob jemand überhaupt einen Link für empfehlenswert hielt.
In einer Liste im eigenen Google-Profil können Nutzer sehen, welche Links sie mit “+1″ markiert haben und einmal empfohlene Seiten auch wieder löschen.
In Zukunft soll Googles “+1″-Button wie “Gefällt mir” auch auf externe Seiten eingebaut werden können, auch eine Verknüpfung mit Twitter ist geplant. Zum Start bekommen nur US-Nutzer von google.com die neue Funktion angeboten, über eine spezielle Seite können aber auch interessierte Nutzer aus anderen Teilen der Welt die neue Funktion vorab freischalten und Suchergebnisse empfehlen.
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Der +1 Button und die Werbeanzeigen
Der Button funktioniert nicht nur bei Websites sondern auch bei Werbeanzeigen, die am Rand neben der Google-Suche erscheinen. Wer die Ads nützlich findet, kann sie mit „+1“ markieren und damit vertrauensvoller wirken lassen. Ähnlich wie man „Promoted Tweets“ retweetet oder mit „Digg Ads“ Werbeanzeigen markiert oder eben eine Facebook Werbung mit „gefällt mir“ markiert.
Doch wer markiert schon Werbeanzeigen? Der Punkt ist, dass die Seiten, auf welche die Ads verlinken auch in der normalen Suche auftauchen. Werden die Seiten beim normales Ergebnis markiert, so erscheint das auch in der Werbeanzeige.
Die +1 Daten können auch für Werbung außerhalb der Google-Suchresultate-Seite genutzt werden, nämlich auf jeder Seite im Netz. Betreibt man eine Seite, die AdSense Ads schaltet, kann man die +1 Infos ebenfalls dazuschalten. Social Infos bei Werbeanzeigen überall im Netz schalten, wäre auch für Facebook sehr attraktiv. Nun kann Google diese Schlacht für sich entscheiden.
Der Kampf um die Webherrschaft zwischen Google und Facebook geht also in eine neue Runde. Facebook nutzt dabei die Macht des Social Web, Google das Daten-Web. Doch beide Seiten werden sich immer ähnlicher. Zwar ist Facebook – noch – keine Suchmaschine, doch dessen Potenzial bei Social Ads ist Google ein Dorn im Auge. Denn mit Werbung verdient Google das meiste Geld. Der +1-Button ist nun Googles Versuch, mit Facebook Schritt zu halten.
Die Experten sind unterschiedlicher Meinung, wie sehr Googles neues Empfehlungssystem das Marketing beeinflusst. David Hallerman, Senior Analyst bei eMarketer steht dem eher skeptisch gegenüber. Seiner Meinung nach passen Suche und Empfehlungen nicht zusammen, da Suchen keine soziale Aktivität ist, sondern ein Tool, das genutzt wird und man nicht viel Zeit damit verbringt.
DeepFocus CEO Ian Schafer sieht das schon anders: Sucht jemand nach Informationen zu einem Produkt, einem Service oder möchte wissen, ob einen Kommentar oder Empfehlung gut ist, könnte ein „Qualitätszeichen“ daneben diesen eher einsamen Prozess in einen kollaborativen Prozess verwandeln.
Andere Experten sehen den Einfluss unserer Google Kontakte als gering an und glauben an den stärkeren Einfluss unseres Facebook Social Graph.
Wird +1 allerdings zu einer anerkannten Währung und Quelle des Vertrauens, so könnten Werbetreibende diese Währung sammeln, wie sie derzeit auch Facebook Likes sammeln. Die Gamification des Marketing sozusagen.
Ob Werbeanzeigen mit vielen +1 besser performen, ist wohl anzunehmen. Fließen die gesammelten +1 Wertungen in den Qualitätsfaktor der Anzeigen mit ein, so verringern sich die Kosten der Anzeige und sie erhält ein besseres Ranking.
Insgesamt ist +1 ein schlauer Schachzug, denn sowohl Suchmaschinen-Optimierer als auch Social Media Experten werden diesen Button wohl zu ihrem Service hinzufügen.