Okt
06
Facebook besetzt nun auch in Deutschland das Trendsegment ortsbezogener Dienste. Ab sofort können User auch hierzulande Facebook Places nutzen und Freunden per GPS-Handy ihren Aufenthaltsort mitteilen. Perspektivisch dürfte das den Werbemarkt weiter anschieben. Denn die Informationen über den Ort ermöglichen es grundsätzlich natürlich auch, Nutzer mit ortsbezogenen Informationen, Angeboten und Werbung zu bespielen.
Das ist bei Places derzeit aber noch nicht möglich: Nur bestätigte Freunde sollen standardmäßig die Ortsangabe einsehen können. Auch muss der Nutzer in Deutschland zuvor explizit der Aktivierung von Places zustimmen. Facebook versicherte zudem, dass das soziale Netzwerk keine Bewegungsprofile der Nutzer erstelle.
Natürlich gab es schon vor Facebook Plattformen, mithilfe derer man seinen Aufenthaltsort mitteilen konnte, wie z.B. Gowalla oder Foursquare. Doch diese Netzwerke hatten bei Weitem nicht die große Mitgliederzahl, die Facebook aufweist: 9,38 Millionen volljährige Deutsche können den Dienst nun nutzen.
Dass Facebook mit dem neuen Dienst Geld verdienen will, kann man schon in der Anleitung für Werbekunden nachlesen: “Mit dem Orte-Produkt kannst du dein Unternehmen auf Facebook auf eine neue Weise bewerben und stärken. Indem du deinen potentiellen Kunden gestattest anzugeben, wenn sie dein Unternehmen besuchen, können sie ihre Freunde auf dein Unternehmen aufmerksam machen.”
Die Werbeagentur Jung von Matt/Neckar hat bereits einen Weg gefunden, Places zur Eigenwerbung einzusetzen: Noch vor dem Start, so verkündet die Agentur, hat JvM sich dank Vorgaukelung einer amerikanischen IP-Adresse um die Deutschlandsperre herumgeschlichen und Check-In-Orte in Deutschland angelegt. Als Recruiting-Aktion wurden diese bei den Mitbewerbern Neue Digitale/Razorfish (Frankfurt), Interone, Fork Unstable Media, Kolle Rebbe (alle drei Hamburg), AKQA sowie Argonauten G2 (beide Berlin) platziert. Loggt sich dort ein User ein, begrüßt ihn eine Recruiting-Meldung: “Erster! Wärt ihr auch gern? Dann checkt ein bei www.jvm-neckar.de/jobs, wir suchen neue Köpfe.”
Wir wundern uns nur darüber, dass Googles Street View hierzulande so kategorisch abgelehnt wird, Nutzer über Facebook Places jedoch sehr freigiebig ihren Aufenthaltsort mitteilen… Dies könnte jedoch an unterschiedlichen Nutzern liegen: Die Ablehner von Google Street View sind wohl nicht die Nutzer von Facebook Places.




