Facebook Places kommt nach Deutschland

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Facebook besetzt nun auch in Deutschland das Trendsegment ortsbezogener Dienste. Ab sofort können User auch hierzulande Facebook Places nutzen und Freunden per GPS-Handy ihren Aufenthaltsort mitteilen. Perspektivisch dürfte das den Werbemarkt weiter anschieben. Denn die Informationen über den Ort ermöglichen es grundsätzlich natürlich auch, Nutzer mit ortsbezogenen Informationen, Angeboten und Werbung zu bespielen.

Das ist bei Places derzeit aber noch nicht möglich: Nur bestätigte Freunde sollen standardmäßig die Ortsangabe einsehen können. Auch muss der Nutzer in Deutschland zuvor explizit der Aktivierung von Places zustimmen. Facebook versicherte zudem, dass das soziale Netzwerk keine Bewegungsprofile der Nutzer erstelle.

Natürlich gab es schon vor Facebook Plattformen, mithilfe derer man seinen Aufenthaltsort mitteilen konnte, wie z.B. Gowalla oder Foursquare. Doch diese Netzwerke hatten bei Weitem nicht die große Mitgliederzahl, die Facebook aufweist: 9,38 Millionen volljährige Deutsche können den Dienst nun nutzen.

Dass Facebook mit dem neuen Dienst Geld verdienen will, kann man schon in der Anleitung für Werbekunden nachlesen: “Mit dem Orte-Produkt kannst du dein Unternehmen auf Facebook auf eine neue Weise bewerben und stärken. Indem du deinen potentiellen Kunden gestattest anzugeben, wenn sie dein Unternehmen besuchen, können sie ihre Freunde auf dein Unternehmen aufmerksam machen.”

Die Werbeagentur Jung von Matt/Neckar hat bereits einen Weg gefunden, Places zur Eigenwerbung einzusetzen: Noch vor dem Start, so verkündet die Agentur, hat JvM sich dank Vorgaukelung einer amerikanischen IP-Adresse um die Deutschlandsperre herumgeschlichen und Check-In-Orte in Deutschland angelegt. Als Recruiting-Aktion wurden diese bei den Mitbewerbern Neue Digitale/Razorfish (Frankfurt), Interone, Fork Unstable Media, Kolle Rebbe (alle drei Hamburg), AKQA sowie Argonauten G2 (beide Berlin) platziert. Loggt sich dort ein User ein, begrüßt ihn eine Recruiting-Meldung: “Erster! Wärt ihr auch gern? Dann checkt ein bei www.jvm-neckar.de/jobs, wir suchen neue Köpfe.”

Wir wundern uns nur darüber, dass Googles Street View hierzulande so kategorisch abgelehnt wird, Nutzer über Facebook Places jedoch sehr freigiebig ihren Aufenthaltsort mitteilen… Dies könnte jedoch an unterschiedlichen Nutzern liegen: Die Ablehner von Google Street View sind wohl nicht die Nutzer von Facebook Places.

Infografik: Das Geo-Soziale Universum

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Eine interessante Visualisierung, die zeigt, welches Netzwerk in Zukunft zur größten Geo-Sozialen Plattform werden könnte.

Folgende Infografik zeigt zunächst wie viele Menschen die einzelnen sozialen Netzwerke nutzen und vergleicht sie mit der enormen Anzahl an Mobiletelefon-Nutzern. 4,6 Milliarden Mobiltelefone gibt es mittlerweile weltweit. Die Überlappungen sind dabei interessant, den sie geben Auskunft darüber, wie stark die jeweilige Plattform vom Mobiltelefon aus genutzt wird. Zum Beispiel hat Facebook 500 Millionen Nutzer, von denen sich rund ein Drittel über ihr Handy einloggt. Bei Twitter sind es sogar mehr als die Hälfte. Besonders häufig werden Email-Dienste mobil abgerufen. Zwar werden Foursquare und Gowalla zu 100 Prozent vom Handy aus genutzt, doch ist die Gesamt-Nutzerzahl eher gering.

In Mobiltelefonen steckt zudem die Kraft, ortsbasierte Services zu integrieren, um die Plattformen und Dienste „GeoSocial“ werden zu lassen. Ein Feature, das – mit den neuen Fähigkeiten der Mobiltelefone – für Nutzer und Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.

Grafik gefunden bei Jess3.

Ortsbezogenes mobiles Marketing noch nicht marktreif

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Ortsbezogene Netzwerke sind noch nicht marktreif, so das Marktforschungsinstitut Forrester. Unternehmen sollten erst eine hinreichende Marktdurchdringung abwarten bevor sie in Foursquare und Co. einsteigen.

Ortsbasierte Soziale Netzwerke wie Foursquare, durch welche mobiles Geo-Marketing möglich ist, werden noch zu wenig genutzt: In den USA haben bisher nur 4 Prozent der Menschen, die regelmäßig online gehen, einen Service genutzt, der ihren Aufenthaltsort bestimmen kann. Nur 1 Prozent nutzen solche Angebote mehr als einmal pro Woche.

Ortsbestimmte Werbung auf Mobiltelefonen ist für Werbetreibende ein vielversprechendes Neuland: Sie können den Handy-Nutzern – je nach deren momentanen oder vorherigen Aufenthaltsort – gezielt Werbung senden. Forrester rät jedoch den Unternehmen, zunächst nur kleine Testläufe zu starten und auf eine stärkere Marktdurchdringung zu warten.

Der typische Nutzer von  Brightkite, Dopplr, Foursquare, Gowalla, Loopt, Scvngr, StickyBits, Whrrl und ähnlicher Geo-Dienste ist zwar noch in der Minderheit, er nimmt jedoch großen Einfluss auf Freunde und Familie. Er ist ein junger Erwachsener, männlich, mit College-Abschluss und einem Haushaltseinkommen von 105.000 Dollar pro Jahr. Vor größeren Kaufentscheidungen informiert er sich vor Ort per Mobiltelefon über die Produkte.

Facebook und Twitter könnten ebenfalls eine wichtige Rolle spielen und ihren Service mit Geo-Daten anreichern. Twitter scheint hierbei in besserer Position, da seit Juni durch TwitterPlaces Aufenthaltsorte mit Tweets verknüpft werden können. Facebook hat aufgrund der Datenschutzprobleme schlechtere Karten: Laut Studie geben Nutzer ihren Aufenthaltsort nur jenen Diensten Preis, denen sie voll und ganz vertrauen.

Das Internet geht aus

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Gowalla, Foursquare, BrightkiteDer moderne Internetnutzer wird vor die Tür gesetzt! Mit Brightkite, Gowalla und Foursquare bildet sich seit einigen Monaten eine neue Form des Internets: Das Outernet. Die sogenannten “Location Based Services“ sind Anwendungen, die speziell für die Nutzung des Internet unterwegs über das Handy entwickelt wurden. Grundfunktion ist die Möglichkeit seinen Freunden mitzuteilen, wo man sich gerade aufhält. Alle drei Anbieter tauschen ihre Daten mit Twitter und Facebook aus. Beiträge bei den beiden großen Netzwerken können von unterwegs aus vom Handy geschrieben werden und so mit Ortsangaben verknüpft werden.
Beim Anbieter Gowalla liegt der Schwerpunkt für den Nutzer darauf an einem Ort „zu sein“. Das Erreichen eines Ortes wird mit einem Punktesystem oder kleinen virtuellen Geschenken belohnt. Man kann sich im Sammeln von Punkten mit seinen Freunden messen und auch Routen erstellen. Ähnlich wie beim Geocaching wird das Erreichen der Orte auf dieser Route mit virtuellen Geschenken belohnt. Ein neuer Anreiz an die frische Luft zu gehen.
Foursquare und Brightkite bringen dem User noch weiteren Nutzen. Über jeden möglichen Aufenthaltsort kann man kleine Notizen verfassen, die Freunde automatisch erhalten, wenn sie den gleichen Ort betreten. Für Unternehmen bieten sich mit diesen Services völlig neue Dimensionen des Marketing: Werbung kann nun nicht nur personenbezogen, sonder zudem ortsbezogen platziert werden. Mit der Kombination der Infos von Unternehmen und Freunden kann man dann die Werbung für das aktuelle Tagesangebot des nächsten Restaurants einsehen, und sich zudem die Tipps von Freunden anzeigen lassen, wo es die leckersten Cocktails gibt, welches Hotel in der Nähe das Beste ist, oder was man an dem Standort auf jeden oder auf gar keinen Fall tun sollte.
Der Markt für diese Anwendungen entwickelt sich gerade erst. Foursquare zählt z.B. ca. 500.000 Mitglieder, die Wachstumsraten der Mitgliederzahlen erinnern aber an die von Facebook und Twitter in deren Anfängen. Begrenzt wird das Potential derzeit aber auch noch davon, dass es erst wenige, und zudem sehr teure GPS-fähige Smartphones gibt, die die benötigte Technik mitbringen.