Smart startet serienmäßiges Car-Sharing

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Die zweijährige Erprobungsphase ist beendet: Unter dem Namen “car2go” bringt die Daimler-Marke Smart ab dem kommenden Jahr Mietautos in die Städte – mit einem sehr einfachen Bedienungskonzept. Wann immer ein Auto benötigt wird, kann es rund um die Uhr spontan auf der Straße angemietet oder mit dem Mobiltelefon, einem Smartphone oder über das Internet von zu Hause gebucht werden. Das Fahrzeug kann dann beliebig lange genutzt und auf jedem freien öffentlichen Parkplatz innerhalb des car2go Geschäftsgebietes zurückgegeben werden.

Das Preissystem ist extrem simpel: Abgerechnet wird pro Minute – Steuern, Versicherung, zurückgelegte Kilometer und sogar die Kosten für den Kraftstoff sind enthalten. Für stundenweise Mieten gibt es günstige Pauschalen. Einzige Nutzungsvoraussetzung ist eine einmalige Registrierung als Kunde und ein gültiger Führerschein, auf den ein kleines, elektronisches Siegel aufgeklebt wird – wodurch der Führerschein zur Eintrittskarte für jedes freie car2go Fahrzeug wird: Durch Vorhalten des Führerscheines an ein Lesegerät im Bereich der Windschutzscheibe öffnet sich die Zentralverriegelung und die Miete beginnt. Nach Eingabe einer persönlichen PIN und einer kurzen Bewertung der Sauberkeit und Schadensfreiheit des Fahrzeugs, beides über einen Bildschirm im Fahrzeuginneren, kann der Kunde losfahren.

Vom klassischen Carsharing unterscheidet sich car2go durch den spontanen und flexiblen vollautomatischen Mietprozess, die Möglichkeit Einweg- und open-end-Mieten vornehmen zu können und die klare und einfache Kostenstruktur. Kernstück ist die neue Bedieneinheit mit einem großem, berührungsempfindlichen Bildschirm. In ihr findet auch der vormals im Handschuhfach untergebrachte Fahrzeugschlüssel seinen sicheren Platz. Bis zu vier Chipkarten (z.B. zum Betanken und zur Einfahrt in Parkhäuser) können ebenfalls dort in eigenen Steckplätzen komfortabel untergebracht werden. Die Telematik-Einheit ist direkt mit der Fahrzeug-Elektronik vernetzt und kann dadurch die Wegfahrsperre steuern: Wenn ein Kunde mithilfe seiner Zugangsberechtigung sowie durch Eingabe einer persönlichen Geheimzahl einen Mietvorgang beginnt, wird die Wegfahrsperre freigeschaltet, und nach Abschluss des Mietvorganges wird sie sofort wieder aktiviert. Die Benutzer-Oberfläche wurde ebenfalls komplett überarbeitet: Sowohl das Bedienmenü als auch das bereits integrierte Radio- und Navigationssystem wurden deutlich aufgewertet, lassen sich noch komfortabler bedienen und entsprechen grafisch dem car2go Design.

Eine weitere Neuheit ist das serienmäßige Solardach. Mit einer Leistung von 100 Watt ist es das leistungsstärkste serienmäßig verbaute PKW-Solardach und ist komplett in die Bordelektrik integriert. Die dadurch gewonnene Solarenergie versorgt die Telematik mit Strom und lädt zudem kontinuierlich die Fahrzeugbatterie, so dass während der Fahrt die Lichtmaschine entkoppelt und so der Treibstoffverbrauch je nach Einsatz um bis zu 10 Prozent gesenkt werden kann. Ist das Fahrzeug in der Sonne geparkt, wird mit dem Solarstrom außerdem die Lüftung betrieben und dadurch die Temperatur im Innenraum um bis zu 18 Grad Celsius abgesenkt. Was der einsteigende Kunde im Sommer oder in südlichen Breiten als willkommenes Komfortplus wahrnimmt, bringt für die Umwelt eine Entlastung, da die Klimaanlage entsprechend weniger Leistung erbringen muss und dadurch der Kraftstoffverbrauch sinkt.

Das Projekt car2go läuft seit 2008 in Ulm und seit 2010 in der texanischen Hauptstadt Austin. In Ulm nutzen mittlerweile 20.000 Kunden die 200 smart fortwo cdi, die im vierten Quartal des Jahres 2010 gegen 300 smart fortwo mhd der neuen car2go edition ausgetauscht werden sollen. Seit Start des öffentlichen Betriebes Ende März 2009 wurden fast 350.000 Fahrten absolviert und mehr als vier Millionen Kilometer zurückgelegt. Der wesentliche Vorteil des Systems, spontane innerstädtische Einwegfahrten zu ermöglichen, steht bei den Kunden hoch im Kurs: Neun von zehn Mieten enden an einem anderen Ort als dem Ausgangspunkt. Die Kunden sind in Bezug auf Fahrtantritt, Fahrtdauer und Fahrtziel völlig flexibel. Auch in Austin wurde car2go hervorragend angenommen. Dort sind nach nur vier Monaten des öffentlichen Betriebs mittlerweile über 10.000 Nutzer registriert und bislang wurden mehr als 80.000 Mieten durchgeführt.

Junge Deutsche verlieren Lust am Auto

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Am Auto lässt sich der soziale Status des Besitzers ablesen – das war einmal. Heutzutage ist das Auto für viele Jugendliche in Deutschland nur noch ein Fortbewegungsmittel. „Die emotionale Bindung der jungen Generation an das Statussymbol Auto lässt deutlich nach.“ Dies ist die Kernaussage der Studie „Jugend und Automobil 2010“, durchgeführt vom Center of Automotive in Bergisch Gladbach, bei der 1100 junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren befragt wurden. Der Autokauf wird demnach immer rationaler: Was Fachleute als „automobilen Mehrwert“ bezeichnen, wird zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Die Menschen wollen kleine, sparsame, umweltfreundliche Fahrzeuge mit geringerer Motorisierung. Doch trotz aller Innovationen der unter Druck geratenen Autohersteller, interessieren sich junge Menschen einfach nicht mehr für Autos. Andere Anschaffungen werden wichtiger:

  • Vor die Wahl gestellt, auf welche Investitionen zugunsten eines Autos am ehesten verzichtet werden würde, votieren fast 30 Prozent der jungen Erwachsenen kategorisch gegen das Auto.
  • Jeder Dritte beziehungsweise Vierte ist nicht bereit, für ein neues Auto auf Urlaubsreisen oder eine eigene Wohnung zu verzichten.
  • Vor die Wahl gestellt, ob sie im Zweifel lieber ein Auto oder eine eigene Wohnung hätten, votieren nur vier Prozent für das Fahrzeug.
  • Nur 18 Prozent wollen ihre Ersparnisse für einen Wagen antasten.

Das Auto als Statussymbol bei jungen Menschen ist passé. Diesen Befund sollten besonders Premiumhersteller aufmerksam verfolgen. 2009 wurden nur 7 Prozent der Neuwagenkäufe von 18- bis 29-Jährigen getätigt. Doch wie sieht die Zukunft der Mobilität aus? Verschiedene Trends und Visionen zeichnen sich ab:

  • Menschen besitzen künftig keine eigenen Fahrzeuge mehr, sondern kaufen sich nur noch Kilometer. Dafür erhalten sie dann ein Auto, das sie in der jeweiligen Situation benötigen: Im Winter ein Allradfahrzeug, im Sommer ein Cabrio, für die Fahrt in die Ferien einen Kombi.
  • Das Auto dient nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als Lebensraum. Die Fahrzeuge werden immer vernetzter, mit Internetzugang und iPod-Anschluss als Standard.
  • Carsharing-Projekte boomen. Die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen, ohne sie selbst zu besitzen, hat sich nach einer Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little im vergangenen Jahr verdreifacht.

Konzerne werden sich insgesamt ganz neuen Einflüssen unterwerfen müssen. So wird die Struktur der Stadt entscheiden, welche Arten von Mobilität entstehen. Um innerhalb der Stadt keine Maut bezahlen zu müssen, hat Porsche beispielsweise den Konzeptsportwagen Porsche 918 Spyder entwickelt. Dieser kann 25 Kilometer rein elektrisch fahren – ausreichend, um von der City bis zur Stadtgrenze zu fahren und dort den lauten Verbrennungsmotor zu starten. Bei Jugendlichen ist übrigens Audi die beliebteste Automarke. Im Januar und Februar hat Audi fast 29 Prozent mehr Autos verkauft als im Vorjahr. Die Herausforderung besteht eben darin, sich an die junge Gesellschaft anzupassen.