Fast die Hälfte der europäischen Internetnutzer gibt ihre Suche bei Suchmaschinen wie Google und Co. auf, wenn sie in den ersten 10 Suchergebnissen nicht findet wonach sie sucht. Das ergab eine Studie des europäischen Marketingverbands IAB Europe und InSites Consulting. Demnach sind die Internetnutzer ungeduldig und gehen davon aus, dass die relevantesten Ergebnisse am Anfang aufgelistet sind. 40% der Nutzer sehen sich nur die ersten 10 Ergebnisse an, geben danach allerdings auf, wenn sie nicht die gewünschte Information erhalten. Für Inhaber einer Website macht dieses Surfverhalten eine Suchoptimierung extrem wichtig. Bing könnte hierbei einen Vorteil gegenüber Google haben, da die neue Suchmaschine von Microsoft dem User viele Infos auf einen Blick liefert und aufbereitet, und ihn nicht wie bei Google nur durch weiterführende Links zu den Seiteninhalten bringt.
Bing, Yahoo und Google haben ihre Top-Suchanfragen von 2009 veröffentlicht. Da Bing bisher nur US-amerikanische Ergebnisse liefert, stellen wir zum besseren Vergleich ebenfalls die US-Resultate der anderen Suchmaschinen daneben. Sehr interessant: Twitter ist das meistgesuchte Wort 2009 bei Google, bei Bing belegt es nach Michael Jackson Platz 2.

meist gesuchte Begriffe 2009 (USA)
In Deutschland allerdings taucht Twitter nicht in der Top-10-Liste von Google auf. Die Deutschen interessieren sich mehr für Videos und Online-Shopping. Hier die häufigsten Suchbegriffe von Google Deutschland:

meist gesuchte Begriffe 2009 (Deutschland)
Die Google Such-Trends der einzelnen Länder gibt’s auf dessen Zeitgeist-Seite.
Nach Facebook mobbt jetzt auch noch Medien-Mogul Rupert Murdoch den Suchmaschinen-Primus Google. Murdoch verhandelt mit dem Google-Rivalen Microsoft darüber, dass die Artikel seiner Zeitungen (u.a. Sun und Wall Street Journal) nur noch exklusiv bei Microsofts Suchmaschine Bing auftauchen sollen und nicht mehr bei Google. Microsoft ist sogar bereit für diese „De-Indexierung“ von Google große Summen zu bezahlen – nicht nur an Murdoch, sondern auch an andere News-Anbieter. Diese könnten somit von der Rivalität zwischen Google und Bing entspannt profitieren, was ihnen sehr gelegen käme: Durch den Rückgang des Printgeschäfts haben die Verlage starke Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Für Online-News möchte nämlich kein Leser zahlen – außer Microsoft.
Microsoft gewinnt mit seiner Suchmaschine Bing in den USA weiter Marktanteile und liegt mittlerweile bei knapp 10%. Allerdings bemerkt Konkurrent Google keinen Anteilrückgang, da Bing lediglich Prozente von Yahoo (Bings zukünftigem Partner) übernimmt. Hier die aktuellen Zahlen von comScore:
Marktanteil der Suchmaschinen in den USA
| |
September |
seit Jahresbeginn |
| Google |
65,4%
|
+ 2,4%
|
| Yahoo |
18,0%
|
- 3,0%
|
| Microsoft |
9,9%
|
+ 1,4%
|
| Ask |
3,9%
|
+ 0,2%
|
| AOL |
2,9%
|
- 1,0%
|
The next big Bing: Microsoft hat auf dem Web 2.0 Summit in San Francisco eine Partnerschaft mit Facebook und Twitter angekündigt. Die Status-Updates beider Netzwerke sollen von nun an in Echtzeit mit Hilfe von Microsofts Suchmaschine Bing durchsuchbar sein – zunächst jedoch nur in den USA. Für Twitter ist diese Partnerschaft wohl der lukrativste Deal, den der Microblog-Webdienst je abgeschlossen hat, da der Datenzugriff für Microsoft kostenpflichtig ist. Bisher arbeitet Twitter fremdfinanziert und verzichtet auf Nutzergebühren oder Werbung. Wieviel Miscrosoft an Twitter für diese Zusammenarbeit zahlt, ist allerdings nicht bekannt. Facebook hat zwar deutlich mehr Updates pro Tag (45 Mio), jedoch sind die meisten davon privat und von der Suche ausgeschlossen. Tweets dagegen sind generell öffentlich zugänglich und fließen somit in die Bing-Suche ein.
Google möchte sich nicht abhängen lassen und kündigte ebenfalls eine Kooperation mit Twitter an, damit Tweets in Echtzeit auffindbar werden – diese soll aber erst in ein paar Monaten in Kraft treten.
Auch MySpace profitiert von diesem Deal, da dessen User-Updates in Zukunft direkt zu Twitter übertragen werden – und somit bei Bing zu finden sind.