Kreative Kunden-Akquise: Mache die Kunden schlauer

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Kleinere Betriebe kennen das Problem: Bei Konkurrenz durch Großbetriebe fallen ihre Umsätze oft bedrohlich schnell. Kreative Zusatz-Dienstleistungen können das verhindern.

So hatte zum Beispiel der Sanitärbetrieb Ulrich Bergmann die Idee, sich durch zunächst kostenlose Services von der Masse abzusetzen: Er bietet potentiellen Kunden Seminare zur Bad-Gestaltung an. Bevor er zur Ausmessung fährt, bietet er den potenziellen Kunden Kurz-Seminare an. Mehrere Kunden lernen hier gleichzeitig, wie man ein Bad gestaltet, was das kostet, worauf man achten muss und welche Produkte geeignet sind. Dadurch entsteht eine Win-Win-Situation: Der Kunde weiß anschließend, was er will, und Herr Bergmann hat durch sein Seminar Vertrauen aufgebaut, sodass der Interessent ihn eher berücksichtigt, als die Konkurrenz. Entschieden sich vor den Vorträgen nur 1 von 5 Interessenten für einen Auftrag, so liegt jetzt die Auftragsquote bei 4 zu 5.

So werden immense Kosten gespart, da der Akquise-Prozess für viele Kunden in einem Event zusammengefasst wurde. Gleichzeitig dient das Event als Filtersystem: Nur bei wirklich interessierten Kunden wird die aufwändige Ausmessung vorgenommen.

Ein cleverer Vertriebsprozess, der darauf abzielt, die Kunden schlauer zu machen und ihnen einen konkreten Nutzen bei der Entscheidungsfindung liefert. Hier geht’s zum Interview mit Herr Bergmann im Podcast der WirtschaftsWoche hör-bar.

Google führt „Instant“-Suche ein

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Coffein für die Suche: Google überträgt das Prinzip des Instant-Kaffees auf seine Suchmaschine und löst Suchanfragen schon bei der Eingabe eines oder weniger Buchstaben aus. “Google Instant” soll die Suche um zwei bis fünf Sekunden pro Anfrage beschleunigen und blendet seine Suchergebnisse schon ein, während der Nutzer noch sucht.

Gibt man beispielsweise ein “B” ein, wird sofort der Link zu Bild.de als oberstes Ergebnis angezeigt. Um Spiegel Online zu finden, benötigt es ein “Sp”, da bei “S” die noch populärere Internetseite SchülerVZ ausgespuckt wird. Google hält das für “spaßig, schnell und interaktiv”, so Bereichsleiterin Marissa Mayer. In Deutschland steht der Dienst bereits Nutzern offen, die über ein Google-Konto eingeloggt sind, in wenigen Tagen soll Google Instant dann weltweit auch ohne Login funktionieren.

Allerdings: Der Datentransfer steigt erheblich an, denn während der Sucheingabe ist eine permanente Verbindung zu Google nötig. Ist der Internetanschluss zu langsam, funktioniert die Technik nicht, und Google wendet stattdessen das herkömmliche Verfahren an. Martin Weigert spricht bei netzwertig.com deshalb auch von einer “Zwei-Klassen-Suchmaschine”. Marketingexperten sind sich noch nicht einig darüber, welche Konsequenzen die neue Suche für Vermarkter hat. Bisher wurden Ad Impressions nach der Verweildauer auf einer Ergebnisseite gemessen, mindestens drei Sekunden sollten es sein. Wenn die Suche nun beschleunigt wird, könnten sich die Klickraten ändern.

Bei der Präsentation von Google Instant gestern in San Francisco warf der Konzern auch noch einen Blick in die Zukunft: Das hauseigene Versuchslabor feilt an “Google Scribe”, wo man in einem Dokument etwas eingeben kann und Vorschläge für ein ganzes Wort oder komplette Formulierungen erhält, beruhend auf statistischen Häufigkeiten aus dem Netz und eigenen vorangegangenen Eingaben. So erfährt man nebenbei und indirekt, was das so Netz denkt: “Christentum ist” indes für Google/ das Netz “ein Kult” oder “eine Lüge”. Es stellt sich dabei die Frage, wie stark Google durch Filter die Auswahl auf Dinge lenkt, die grammatikalisch korrekt oder inhaltlich erwünscht sind.

TwentyFeet: Egotracking im Social Web

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Für alle die den Überblick über ihre Social Media-Aktivitäten und Erfolge behalten wollen, gibt es jetzt einen neuen praktischen Service: TwentyFeet. Der Dienst betreibt sogenanntes „Egotracking“ und liefert Kennzahlen zu privaten sowie professionellen Social-Web-Accounts auf einen Blick.

Marketer, Agenturen aber auch Privatpersonen sehen, wie sich die Zahlen ihrer Follower, Retweets, Zitierungen, Likes etc. im Zeitverlauf entwickeln. Das Praktische: Die Daten von Facebook, Twitter und Co. werden nicht mehr in getrennten Statistiken aufgeführt, sondern übersichtlich an einem Ort gesammelt. Bei relevanten Änderungen wird man vom Dienst automatisch informiert. Sämtliche Statistiken kann man nach Zeitraum (Vortag, Woche, Monat, Quartal) filtern. Alle Ergebnisse werden in Form leicht verständlicher Graphen dargestellt. Auch das Monitoring der Konkurrenz lässt sich mit dem intuitiven Tool einfach ausführen. Was den Preis betrifft, so ist das Monitoring eines Facebook- und eines Twitter-Kontos kostenlos, jeder weitere Account wird mit 2,49 Dollar jährlich veranschlagt. Auch YouTube- und bit.ly lassen sich gegen Entgelt analysieren.

Die Gründer von TwentyFeet stammen aus Wiesbaden und bieten den Service derzeit in Deutsch und Englisch an, weitere Sprachen sind jedoch geplant.

Hier ein Video über TwentyFeet:

Erster “Drive-in”-Supermarkt in Großbritannien

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Die britische Supermarktkette Tesco setzt neue Maßstäbe in Sachen Shopping und mischt trendgemäß virtuelle und reale Welt. Kunden können nun mithilfe eines neuen Service ihre Einkaufsliste auf der Tesco-Homepage zusammenstellen. Anschließend haben sie 2 Stunden Zeit um ihre Bestellungen vor Ort abzuholen. Innerhalb des Zeitfensters können sie jederzeit zu einem, für diesen Service reservierten, Tesco-Parkplatz fahren und einem Mitarbeiter ihre Einkaufsliste vorzeigen. Ohne aussteigen zu müssen, wartet der Kunde bis die Mitarbeiter ihm die Einkäufe in den Wagen geladen haben. Für diesen Extra-Service werden 2 Pfund berechnet. Zwischen der Online-Bestellung und Offline-Abholung werden die Waren vorerst noch in einem speziellen Lieferwagen gelagert. Erweist sich das Service-Modell jedoch als erfolgreich, sollen die Supermärkte entsprechend umgebaut werden um eine permanente Drive-in-Abholung zu ermöglichen.

Tipp-Ex lässt Zuschauer interaktiv einen Bären jagen

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Eine lustige Idee von Tipp-Ex zeigt, was bei YouTube-Videos alles möglich ist. Der Zuschauer wird hier selbst zum Geschichtenschreiber. Zunächst wird ein normaler Clip gezeigt: Ein Camper wird im Wald von einem Bär überrascht. Am Ende des Clips muss der Zuschauer entscheiden, ob der Camper den Bär erschießt oder nicht. Entscheidet er sich gegen die gewalttätige Lösung, wird eine neue Seite bei YouTube geöffnet. Hier greift der Camper aus dem Rahmen des Videos heraus auf die Werbeanzeige daneben. Diese zeigt einen Tipp-Ex Korrekturstift. Der Camper holt den Tipp-Ex zurück ins Video und löscht das Wort „shoots“ Damit macht er Platz für ein interaktives Eingabefeld, in das der Zuschauer nun jede beliebige Reaktion des Campers eingeben kann. Eine flotte Kampagne, die wortwörtlich aus dem Rahmen fällt, User direkt einbezieht und die Idee des „Neuschreibens“ perfekt umsetzt.

Hier der Anfangs-Clip:

Wie CEOs in Zukunft Social Media nutzen

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Der heutige Geschäftsführer ist nicht social. So zumindest sagt es Forresters Marktforschungs-Chef George Colony. Nur wenige Firmenchefs hätten ein aktives Profil bei den angesagten Social Media Seiten. Dies werde sich allerdings ändern. Die Geschäftsführer der Zukunft sprechen die Sprache der sozialen Netzwerke, sei es im Bereich Personalbeschaffung, Öffentlichkeitsarbeit oder Social CRM.

Doch noch ist es nicht soweit. Laut Colonys Untersuchungen, hat kein einziger CEO der „Top 100 Liste“ des Fortune Magazine (weltweit umsatzstärkste Unternehmen) ein Profil in einem sozialen Netzwerk. Eric Schmidt, CEO bei Google, twittert nur gelegentlich und bloggt nicht. Steve Ballmer, CEO bei Microsoft, besitzt weder einen Twitter-Account noch einen Blog. Michael Dell ist zwar bei Twitter, doch kein Blogger. Steve Jobs von Apple und Larry Ellison von Oracle sind weder bei Twitter, noch bei Facebook, noch bei LinkedIn oder schreiben einen Blog.

Die Social Media-Abstinenz der CEOs steht im krassen Gegensatz zur sonstigen Netzwerk-Nutzung der Bevölkerung: Der Durchschnitts-User verbringt 22,7 Prozent seiner Zeit auf Facebook und Co. – doppelt so viel Zeit, wie jede andere Online-Aktivität. Dort erfährt er vom Weltgeschehen und nicht durch traditionellen Nachrichten-Seiten wie New York Times oder Spiegel Online.

Jedes Unternehmen, egal wie groß, wird in Zukunft von Social Media beeinflusst, intern und extern, so Greg Goldman, frührer Chef bei ABC. Oftmals ist es die jüngere Generation der CEOs, für welche die Einbindung von Social Media Tools selbstverständlich ist: Ihre Firmen monitoren, reagieren und binden die Kunden aktiv ein. Führen diese Firmen ein neues Produkt ein, wissen sie dank Twitter sofort, wie es die Kunden angenommen haben, fragen direkt nach, um noch mehr Infos darüber zu erhalten. Social Media kombiniert somit große Maßstäbe (eine enorme Anzahl an Kundengesprächen) mit extremer Feinkörnigkeit (die Möglichkeit bei jeder einzelnen Antwort nachzufragen).

Die weitverbreitete Furcht, dass Social Media zu riskant bei CEOs sei, wird der Überzeugung weichen, dass es eine große Chance ist. Wer heutzutage mit den sozialen Netzwerken aufwächst, wird von seinen Kollegen später ebenfalls erwarten, dass sie damit umgehen können und sie nutzen.

Colony gibt eine 4-Schritte Methode an, die CEOs auf dem Weg zur erfolgreichen Social Media-Nutzung beherzigen sollten: die richtige Zielgruppe ausfindig machen, einen klaren Grund für die Präsenz im Sozialen Netzwerk definieren, die Erwartungen an das Medium formulieren und die richtige(n) Plattform(en) wählen.

Auch Steve Rubel, Geschäftsführer bei Edelman Digital sieht große Chancen in der Nutzung von Social Media bei CEOs. Eine Möglichkeit besteht im Bereich Public Relations, das im neuen Social Media-Zeitalter zu Public Engagement wird. Die übliche Bezahl-Strategie der PR wird neuen und sozialen Auftritten weichen. CEOs werden die internen Barrieren im Unternehmen verringern, sodass die Kunden auf jeder Ebene direkt eingebunden werden können.

Auch im Bereich Personalbeschaffung gibt Social Media CEOs die Chance, neue Mitarbeiter zu finden. Wird ein Executive Blog geführt, können zum Beispiel interessante Kommentare auf einen fähigen neuen Mitarbeiter hindeuten. Aber auch im B2B-Bereich machen Executive Blogs vielleicht neue Kooperationspartner aufmerksam und festigen bestehende Beziehungen.

„Jeder CEO besitzt ein CRM dashboard. In Zukunft wird jeder CEO ein Social Media dashboard besitzen“, so Somrat Niyogi, CEO bei Miso. Jede Geschäftseinheit werde Social Media nutzen: Die Kundenbetreuung wird damit Fragen beantworten können, der Vertrieb weiß in Echt-Zeit wie ihre Kunden das Produkt annehmen, und die Marketing-Abteilung wird Social Media als neuen Channel hinzufügen um mit neuen oder bestehenden Kunden in Verbindung zu treten.