Facebook ist 10 Mal so viel wert wie Twitter. Das Unternehmen SharesPost, welches Aktienhalter privater Unternehmen an potentielle Käufer vermittelt, veröffentlichte einen Report mit aktuell geschätzten Werten verschiedener Social Media Plattformen. Hier die Ergebnisse:
Facebook: 11,5 Milliarden $
Zynga: 2,6 Milliarden $
Twitter: 1,4 Milliarden $
LinkedIn: 1,3 Milliarden $
Linden Labs (Second Life): 383 Milliarden $
Spiele-Entwickler Zynga kreierte unter anderem das populäre Facebook-Spiel Farmville, auf dessen virtuellem Bauernhof sich weltweit 75 Millionen Menschen tummeln.
Erst kürzlich konnte Facebook den 400 millionsten Nutzer begrüßen. Doch nicht nur die Userzahlen wachsen. Auch der Umsatz wird laut Expertenschätzungen dieses Jahr die 1 Milliarde Dollar Grenze überschreiten. Da Facebook ein privates Unternehmen ist, besteht für Gründer Marc Zuckerberg keine Pflicht seinen Umsatz, Gewinn oder Kosten zu veröffentlichen. Inside Facebook ´s Analysen sind daher nur Schätzungen. Belegt ist jedoch, dass Facebook im September 2009 erstmals die Gewinnschwelle überschritten hat. 2007 lag der Umsatz noch bei 150 Millionen Dollar, 2008 schon bei 350 Millionen, für 2009 liegen die Schätzungen zwischen 500 und 700 Millionen Dollar. 4 Bereiche sind dabei die Haupteinnahmequellen: Markenwerbung, Microsoftwerbung, Virtuelle Güter und Performance-Marketing. Letzteres trägt wohl mehr als die Hälfte der Einnahmen bei, durch Onlinemarketing-Instrumente wie Pay per Click oder Pay per Sale. Schlusslicht sind Virtuelle Güter, die 2009 aber immer noch 10 Millionen Dollar einbrachten. Was die Profitabilität betrifft, so ist die Online-Plattform aber noch weit vom Suchgiganten Google entfernt. Auch ein Börsengang scheint momentan eher unwahrscheinlich. Doch wer weiß, was das Jahr 2010 für Überraschungen bereit hält.
Toyota hatte in letzter Zeit mit negativer Publicity zu kämpfen. Auf Grund der Rückrufaktionen (derzeit 8,5 Millionen Autos!) sowie schlechter Verkaufszahlen, sah sich der japanische Autohersteller gezwungen, sein angeschlagenes Image zu verbessern. Welche Maßnahme ergreift das Unternehmen zur Image-Reparatur? Es setzt auf Twitter, natürlich! Ein Branded Channel „Toyota Conversations“ auf dem Twitter-Aggregator TweetMeme bringt hauptsächlich Toyota-freundliche Tweets, wie „5 Gründe einen Toyota zu kaufen“. TweetMeme sammelt die aktuellsten Links und beliebtesten Tweets aus verschiedenen Quellen. So werden unternehmensbezogene Topstories aus Nachrichten und Pressemitteilungen für Toyota zusammengestellt und veröffentlicht. Aber auch Toyota-Videos und -Bilder, die auf Twitter beliebt sind, werden herangezogen. Sieht man sich die Tweets an, die auf der Seite erscheinen, so erkennt man hauptsächlich positive Nachrichten. Dies spiegelt die öffentliche Meinung über Toyota keinesfalls wider, da diese auf Grund der serienbedingten Fahrzeugmängel und Unfälle deutlich negativ gefärbt ist. Der Trick: Bei TweetMeme kann man sich die Newsquellen selbst aussuchen. Es scheint, Toyota hat sich Quellen gesucht, die dem Unternehmen freundlich gesinnt sind.
Interessant, dass ein Unternehmen wie Toyota auf Twitter setzt um sein Image durch direkten Kundendialog wiederherzustellen. Twitter dient eben nicht nur der Beobachtung von Kundenmeinungen sondern auch dazu, direkt an Gesprächen teilzuhaben und diese zu steuern. Ob das Toyota aus der Imagekrise hilft, bleibt abzuwarten.
Wer auf Twitter beachtet werden möchte, sollte sich an eine simple Regel halten: Benutze das Wort „Twitter“ in deinen Tweets. Die Chancen auf einen Re-Tweet bei Selbstreferenz steigen um über 300 Prozent. Selbst das Wort „Facebook“ hat im Microblogging-Dienst eine positive Wirkung: 60 Prozent der Tweets werden anschließend weitergeleitet. Man sollte allerdings nie den Fehler begehen, den Begriff „Twitter“ in seinem Facebook-Status zu erwähnen! Dann, so die Untersuchung von Dan Zarella, fällt die Chance auf ein Teilen mit Freunden um über 100 Prozent. Besser kommt bei den Facebook-Fans Selbstreferenz an: Wer in seinem Status das Wort „Facebook“ erwähnt, wird zu 220 Prozent wiedererwähnt. Der Grund für die abschreckende Wirkung von Twitter bei Facebookern liegt wohl darin, dass es den Facebookern nicht um das Funktionieren des Systems an sich geht. Twitter-Fans hingegen sind „Social Media Freaks“, sie interessieren sich für das System und alle Möglichkeiten, es zu nutzen und zu verbessern. Facebooker reagieren meist empört bei Funktions-Änderungen ihres Sozialen Netzwerks. Diese Regeln können sehr nützlich sein, will man z.B. als Marketing- oder PR-Profi ein Unternehmen auf diesen Plattformen promoten.
Laut Oxford American Dictionary, ist der Begriff „unfriend“ das Wort des Jahres 2009. Doch gab es auf Facebook keine Möglichkeit herauszufinden, wer einem denn die Online-Freundschaft gekündigt hat. Um sich anzeigen zu lassen, bei wem man in Ungnade gefallen ist, hat das tschechische Unternehmen Candytech nun eine Applikation entwickelt: den „Unfriend Detector“. Nach der Installation des Service hat man die Wahl, sich seine „unfriended friends“ direkt in der Applikation anzeigen zu lassen oder eine entsprechende Infornation per Email zu erhalten. Automatische Empörungs-Mails werden dabei allerdings nicht versendet…