Volvo gibt sich trendbewusst: Der schwedische Autohersteller baut in seiner neuen Kampagne “Subject60” ganz auf Social Media und startet eine Augmented Reality Schnitzeljagd. Fans können dabei Tickets für Events in 5 europäischen Großstädten gewinnen, bei welchem auch der neue Volvo S60 beworben wird. Jedem dieser Events geht eine Augmented Reality Schnitzeljagt voraus: In Zusammenarbeit mit angesagten Bloggern werden an ungewöhnlichen Orten in den jeweiligen Städten sogenannte „Code Blocks“ versteckt. Mit Hilfe einer Augmented-Reality-App auf dem Smartphone erhalten die Blog-Leser Hinweise darauf, an welchen Orten genau sich die „Code Blocks“ verstecken.
Mit dieser Lifestyle Kampagne möchte sich Volvo neu positionieren: „Wir wollen damit eine neue Zielgruppe erreichen: eine kreative, jüngere Klientel,“ so Lukas Dohle, Leiter Social Media & Live Communication bei der Volvo Car Corporation in Göteborg. „Wir vertrauen darauf, dass es sich herumspricht.“
Twitter kündigte an, jegliche durch Dritte verbreitete Werbung in der Timeline zu verbieten. Damit könnte einigen Startups die Geschäftsgrundlage entzogen werden. Denn sehr häufig finden sich im Stream einer Twitter-Seite eingefügte bezahlte Werbe-Tweets. Bis heute war das problemlos möglich. Doch Twitter möchte nun seinen Nutzern „mehr Respekt“ entgegenbringen und einen „größeren Mehrwert“ bieten. Werbung im Stream soll verboten werden, am Rand der Streams jedoch nach wie vor durch Bannerwerbung möglich sein. Das heißt, Twitter konzentriert sich nur auf die Seiten und Dienstleister, welche den Werbeplatz zwischen ihren Tweets verkaufen. Erzielt der Service keine Einnahmen mit dieser Art von Werbung oder nutzt andere Mittel (wie beispielsweise Abonnements) ist das erlaubt und kostenfrei. Zahlungen an Twitter müssen geleistet werden „in cases where Twitter content is the basis (in whole or in part) of the advertising sale.” Über die Höhe der Gebühr ist man sich bei Twitter allerdings noch nicht einig.
W&V veröffentlichte das Facebook-Markenranking. Es zeigt die weltweit beliebtesten Brands des Netzwerks. Mit mehr als 12 Mio. Fans hat Nutella hier die Nase vorn. Insgesamt schnitten vor allem deutsche Sport- und Automarken sehr gut ab: Adidas auf Rang 13, BMW auf Rang 31, gefolgt von Puma (34) und Audi (48).
Hier ein Ausschnitt des Ranking, die komplette Liste gibt es hier als PDF.
Wie lassen sich Soziale Netzwerke für die Marktforschung nutzen? Viele Verbraucher verweigern sich, wenn es um Telefonbefragungen geht, geben aber im Netz sehr persönliche Dinge preis. Können Social Media-Analysen hier ansetzten um die Lücke zu schließen? Was sollte man dabei beachten?
In Communitys können viele Endkunden erreicht werden, deren Meinungen eingeholt und in die Produktentwicklung eingebunden werden. Social Media-Analysen ermöglichen dabei ungeahnte qualitative Einblicke. Neue Web-basierte Verfahren bilden das Konsumentenverhalten dabei weitaus realitätsnäher ab als herkömmliche Conjoint-Anwendungen. Es reicht aber nicht aus, „alte“ Methoden einfach in die Online-Welt zu transformieren. Momentan wird viel geforscht und wir sind in einer Pionierzeit der Methodenentwicklung. Zwar kann eine Community-Beobachtung keine echte Repräsentativität für eine bestimmte Käufergruppe sicherstellen, bringt aber im Bereich der Produktentwicklung große Vorteile. Denn hier ist es egal, ob ein 8-Jähriger, ein 40- oder 80-Jähriger die Ideen einbringt. Neue Innovationsfelder und Top-Ideen können von allen Seiten eingebracht werden.
Besonders bei Nischenprodukten finden Marktforscher in Netz ein perfektes Labor. Denn es gibt wohl mittlerweile für jedes Produkt eine eigene Community.
Wer dabei denkt, dass Online-Communities sich sehr von der Offline-Zielgruppe unterscheiden, die man mit den neuen Methoden ja nicht mehr erreicht, der irrt: Autohersteller Audi fand bei einem Online-/Offline-Vergleich heraus, dass die Übereinstimmung bei 90 Prozent lag.
Geschenke immer und überall per SMS zu erhalten, ist praktisch. Für Empfänger und für Sender. Das dachten sich auch die Betreiber von Giiv. User können sich auf deren Homepage von verschiedensten Geschenken inspirieren lassen: Blumen, Amazon Gutscheine, Kino-Karten oder Wellness-Gutscheine sind einige Beispiele. Sobald man etwas Passendes entdeckt hat, gibt man die Handy-Nummer des zu Benschenkenden ein mit einer kleinen Nachricht an ihn. Giiv sendet anschließend eine SMS an diese Person. Die SMS enthält einen Code, der in den teilnehmenden Shops eingelöst werden kann. Giiv selbst erhält pro Geschenk 1 Dollar Vermittlungsgebühr. Momentan ist dieser Service nur in den USA verfügbar, es ist jedoch geplant, ihn auch auf andere Länder auszuweiten. Ein praktischer Service, der verknüpft mit GPS, noch weitere Einsatzmöglichkeiten bieten könnte. Denn so bekämen die Empfänger die Gutscheine immer zum richtigen Zeitpunkt auf ihr Handy: dann, wenn sie in Store-Nähe sind.
Das Ballack-Foul von Kevin-Prince Boateng am vergangenen Samstag löste im Internet heftigste Reaktionen aus. Innerhalb von nur 2 Tagen sammelte die Facebook-Gruppe „82.000.000 gegen Boateng!!!!“ über 100.000 Mitglieder –rekordverdächtig. Was sich dort allerdings auf der Pinnwand abspielte, hat man so noch in keinem anderen Internet-Forum erlebt. Morddrohungen, Beschimpfungen und rassistische Äußerungen standen im Zentrum einer regelrechten Hetzjagd auf den Fußballprofi. “Ghettokid”, „Staatsfeind Nr. 1“ und „Deutschland hasst Dich“ sind nur harmlose Auszüge. Nachdem die Stimmung immer extremer wurde, handelten die Betreiber – viel zu spät – und löschten die Gruppe.
Der Mobilfunkanbieter Fonic griff das Foul-Ereignis ebenfalls auf und setzte es in einer Werbekampagne um: Auf digitalen Bildschirmen fordert Fonic auf: “Boateng die Meinung sagen – für nur 9 Cent pro Minute!” Darunter die (richtige!) Nummer vom Headoffice des Portsmouth FC, dem derzeitigen Arbeitgeber von Boateng. “Mit der Kampagne unterstreichen wir den Fonic Claim ‘Das ist die Wahrheit’. Alle Fonic-Kunden haben die Möglichkeit ihre Meinung frei zu äußern – das unterstützen wir mit einem Augenzwinkern”, sagt Natalie Kressin, Marketingleiterin von Fonic.
Die Ereignisse zeigen deutlich das generelle Problem von Internet-Foren: Die Betreiber der sozialen Netzwerke löschen zwar beleidigende oder gar volksverhetzende Beiträge, wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden – aber das geschieht längst nicht immer. Ein User, der von den Betreibern wegen solcher Kommentare gesperrt wird, kann sich mit einer anderen Mailadresse neu anmelden. Wenn eine diffamierende Gruppe von den Betreibern geschlossen wird, können die Nutzer einfach eine neue eröffnen. Online-Mobbing, sogenanntes „Bashing“, wie gegen Boateng, ist somit nicht leicht beizukommen.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Stimmung wieder beruhigt und das Headoffice des Portsmouth FC nicht allzu heftige Anrufe bekommt.