Social Networks müssen und werden bis 2015 deutlich mehr Geld durch Werbung einnehmen, sagt eine Studie von Datamonitor Business Insights. Bisher verdienen sie nur knapp 5 Euro pro User im Jahr, was deutlich zu wenig ist.
Das Netzwerk Bebo hat es schon getroffen: Es wird aufgrund zu niedriger Werbeeinnahmen wohl verkauft oder komplett aufgelöst. Doch in welchen Netzwerken lohnt es sich, als Marke Werbung zu schalten und wie sollte sie aussehen?
Wichtig für Werbetreibende in Sozialen Netzwerken ist nicht nur die absolute Anzahl der User, sondern auch der Prozentsatz an regelmäßigen Nutzern. Der ist bei MySpace mit 63 Prozent am höchsten, verglichen mit 50 Prozent regelmäßigen Nutzern bei Facebook und 20 Prozent bei Twitter.
Die Art der Werbung auf Sozialen Plattformen muss sich ebenfalls ändern: Nutzer werden von Bannern und Werbe–Streams eher abgeschreckt. Neue Wege um die Zielgruppe zu erreichen müssen gefunden werden, wie In-Game Advertising, virtuelle Geschenke oder Werbung innerhalb bezahlpflichtiger Inhalte und Videos.
Damit Marken die steigenden Werbekosten in Sozialen Netzwerke auch zahlen, werden von den Plattformen selbst wohl in Zukunft keine traditionellen Werbe-Slots mehr angeboten, sondern maßgeschneiderte Plattformen für die Marken zur Verfügung gestellt, in denen die Marken dann direkt mit den Konsumenten in Dialog treten.
Der Kunde ist König. Und wenn er verreisen möchte, sollte er das perfekte Angebot erhalten. Um stundenlange Recherchen im Internet zu vermeiden, hat die Seite OfferMeaTrip ein praktisches Konzept umgesetzt. Die Kunden geben hier einfach an, was sie von Ihrem Traumurlaub erwarten, und die Agenturen bieten dafür: Sie versuchen sich gegenseitig mit den besten Angeboten zu übertreffen um den Kundenauftrag zu erhalten. Der Kunde gibt zunächst an, welche Art von Urlaub er sich wünscht, wie viel er ausgeben möchte, wie lange die Reise dauern soll und welche Aktivitäten ihm Spaß machen. Ausgewählte Reiseagenturen können ihm dann Vorschläge unterbreiten, aus denen der Konsument den für ihn passendsten auswählen kann. Ein praktischer und effizienter Service, der dem Kunden viel Zeit und Mühe erspart. Darüber hinaus ist die Vermittlung für beide Seiten kostenlos. Derzeit noch auf Großbritannien fokussiert, könnte das Konzept sicherlich auch auf andere Länder ausgeweitet werden, und vor allem auch in anderen Branchen zum Einsatz kommen.
Eine sehr gelungene Marketing-Aktion von Germanwings: Die setzten sich ins Konkurrenz-Flugzeug easyJet und starteten in 10.000 Metern Höhe eine Art „Plane-Mob“. Das Video stellte Germanwings auf YouTube und ließ es ein Viral werden. Viel Spaß damit
Wer braucht schon Xing wenn es Facebook gibt? Normalerweise ist das Karriere-Portal Xing dafür bekannt, Bewerber und potentielle Arbeitgeber zusammenzubringen. Immerhin nutzen knapp 3 Millionen Deutsche das Netzwerk um berufliche Kontakte zu knüpfen. Doch es scheint, dass Facebook nun auch diese Domäne übernimmt. Denn auf Facebook tummeln sich 5 Millionen Deutsche, 45 Prozent der Nutzer sind jünger als 26 Jahre. Auf Xing sind eher ältere Semester vertreten: 40 Prozent sind zwischen 31 und 40 Jahre. Facebook stellt somit die Führungskräfte von Morgen. Was liegt da näher als die Berufseinsteiger dort direkt anzusprechen? Lufthansa hat das erkannt und ein professionell gepflegtes Karriere-Portal auf Facebook gestartet. Der Interessent erhält dort Informationen zu den verschiedenen Berufen, kann sich Videos ansehen, an der Pinnwand Fragen stellen und gezielt nach Jobs in einer Suchmaske suchen. Ein wirklich gelungenes Portal, das den Trend erkannt hat und dort ist, wo man zukünftige Mitarbeiter findet. Meine Prognose: Weitere Karriere-Portale werden folgen, und Xing sollte sich nicht vor LinkedIn sondern vor Facebook in Acht nehmen.
Wer hat das Sagen im Netz und beeinflusst die Online-Meinungen? Wie erreiche ich mit meiner Marke diese Menschen und mache sie dadurch bekannt?
Die Marktforscher von Forrester veröffentlichten eine Studie über den Einfluss von Peer Groups und Mund-Propaganda in der Online-Welt. Dabei wurden folgende Fragen gestellt:
Wer beeinflusst überhaupt Entscheidungen und Meinungen im Netz? Es ergaben sich 3 verschiedene Gruppen von Beeinflussern, die man als Pyramide darstellen kann: Ganz oben sind die sogenannten „Social Broadcaster“, in der Mitte befinden sich die „Mass Influencer“, und die Basis bilden die „Potential Influencer“.
Die Social Broadcaster sind zwar zahlenmäßig gering, doch stehen sie ganz oben, was Reichweite und Ansehen betrifft. Es sind die Top-Blogger, extrem stark vernetzte Individuen und Menschen mit vielen Followern, welche die aktuellsten News verbreiten. Allerdings fehlt ihnen das Vertrauen ihrer Follower. Die Follower klicken zwar auf die Links der Broadcaster, bilden sich aber ihre eigene Meinung zu den Informationen.
Ganz anders die Potential Influencer: Sie bilden mit einem Anteil von 84% die Basis der Pyramide und genießen das Vertrauen ihrer Netzwerk-Verbindungen. Als typischer Durchschnitts-Konsument hat der Potential Influencer hauptsächlich Netzwerke, die er auch offline trifft (Freunde und Familie).
Den größten Einfluss haben jedoch die 16% der Mass Influencer. Sie sind für 80% der Informationen über Produkte und Dienstleistungen verantwortlich und damit extrem aktiv im Netz.
Wie erreiche ich die unterschiedlichen Einfluss-Typen?
Da Social Broadcaster traditioneller PR und Pressemitteilungen extrem negativ gegenüber stehen, lautet das Geheimnis um mit ihnen in Verbindung zu treten: Beziehungen aufbauen. Und zwar nicht dann, wenn man etwas von ihnen will, sondern dauerhaft, maßgeschneidert und mit Respekt für ihre Einzigartigkeit.
Potentielle Beeinflusser als Durchschnitts-Konsumenten sind nicht so motiviert oder technisch versiert wie dir Gruppen über ihnen. Kampagnen sollten einfach und motivierend sein.
Mass Influencer in der Mitte müssen Inhalt bekommen, über den sie reden können. Da sie oft von ihren Freunden oder Familie vor einer Kaufentscheidung um Rat gefragt werden, sollte man diesen offline Einfluss bedenken und auch deren Bedürfnisse kennen.
Jedes Jahr werden 500 Milliarden Empfehlungen zu Produkten und Serviceleistungen im Netz veröffentlicht. Wo werden Empfehlungen von den Beeinflussern verbreitet? Betrachtet man die Kanäle der Beeinflussung, so ergeben sich 2 Kategorien:
Dass Facebook auch sozialen Druck ausüben kann, beweist dieses Southpark Video. Wer hat mehr Freunde? Warum ist er mit ihr, aber nicht mit mir befreundet? Die Facebooker scheinen es zu verstehen und machten es auf ihren Pinnwänden zum Viral der Woche. Herrlich!
.