Recht beeindruckend, was H&M im kalifornischen San Francisco als Marketing-Schachzug zeigt. Eine Gruppe Kids liefert auf dem Union Square eine spontane Tanz-Show im Flashmob-Stil ab, um die neue Kollektion zu bewerben. Die schwedische Bekleidungsfirma gibt sich damit Zeitgeist-affin und nutzt alle Möglichkeiten, die Social Media bietet, um auch in Amerika Fuß zu fassen. 60.000 Klicks in 2 Tagen ist schon ein kleines Viral…
Nutzer des kanadischen Netzwerks justbought.it fotografieren ihre Einkäufe mit dem Handy und stellen die Infos auf Facebook und Twitter. Dazu kann dann jeder Kommentare abgeben. Google Maps zeigt an, wo die Schnäppchen gefunden wurden. Wer sich rege beteiligt, bekommt zusätzlich Punkte und wird zum Trendsetter erkoren. Eine kostenlose iPhone App gibt es jetzt schon dafür, allerdings folgt bald das Highlight der Seite: Eine Augmented Reality App fürs Android-Handy zeigt dann beim Betreten eines Ladens an, was andere User dort gekauft haben. So kann man ein Schnäppchen sofort entdecken oder sich beschweren falls man mehr dafür bezahlen muss. Praktisch.
Wie macht man ein Produkt begehrenswert? Man macht es einzigartig und befolgt das Gesetz der Knappheit. Nestlé Japan hatte deshalb eine neue Idee, um dort den Verkauf der bekannten Kit Kat Schokoriegel anzukurbeln: Es wurden 19 verschiedene Geschmacksvarianten des Riegels hergestellt, die alle für eine spezielle Region von Japan stehen. Jeder Geschmack wird ausschließlich in der Region verkauft, für die er kreiert wurde, was die limitierten Kit Kats sofort zu extrem beliebten Souvenirs machte. Die Varianten reichen von Yubari Melone der Hokkaido Inseln über Erdbeerkuchen aus Yokohama bis hin zu Süßkartoffel und Sojabohne der Kanto Region. Wasabi und Grüner Tee sind ebenfalls im Geschmacks-Sortiment. Sushi Kit Kat gibt es allerdings (noch?) nicht. Die deutsche Umsetzung der Kampagne brächte uns dann Gourmet-Highlights wie „Mett Kat“ oder „Kraut Kat“. Wer würde da schon widerstehen können?
Der neueste Trend bei der Stellensuche heißt „Job-Speed-Dating“. Hier werden Bewerber im Schnellverfahren mit einem neuen Chef verkuppelt. Das Prinzip folgt dabei dem von Flirtbörsen: Die Bewerber wechseln im schnellen Takt ihren Gesprächspartner und müssen innerhalb kurzer Zeit versuchen, ihr Gegenüber von sich zu überzeugen. Anwendung findet das Konzept in Deutschland unter anderem schon bei der Arbeitsagentur in Potsdam. Im Juni 2009 gab sie jungen Akademikern 10 Minuten Zeit, um die Arbeitgeber für sich zu gewinnen. Eine Glocke läutete dann den Wechsel der Gesprächspartner ein. Von 55 Bewerbern seien 12 später eingestellt worden. Die Treffen sind dabei ganz unterschiedlich: Während sie für Akademiker und angehende Lehrlinge eher klein gehalten werden, gibt es für Langzeitarbeitslose große Massen-Events.
Wie in der Liebe kommt es auch hier vor allem auf den ersten Eindruck an. Gerade Bewerber mit nicht so guten Zeugnissen bekommen auf diese Weise ebenfalls eine Chance. Für den guten Eindruck beim Speed-Dating muss man sich jedoch schnell und gut verkaufen können. Deshalb haben Schüchterne eher schlechte Karten. Eine gründliche Vorbereitung hilft dabei, schnell auf den Punkt zu kommen. Ein richtiges Bewerbungsgespräch wird dadurch allerdings nicht ersetzt. Die Treffen sollen nur ein erster Türöffner sein. Erfolgreiche Bewerber haben danach eine Einladung für ein längeres Vorstellungsgespräch. Für Firmen ist dieses Verfahren enorm praktisch: Sie sparen sich das zeitaufwendige Durchsehen dicker Bewerbungsmappen. Und laut neuerer Studien ist der persönliche Eindruck und Sympathie eines Bewerbers entscheidend für die Einstellung – nicht die Noten!
Neben Potsdam und Dortmund gab es solche Castings inzwischen auch in Stuttgart, München, Gelsenkirchen, Kiel und Lübbenau in Brandenburg. In Gelsenkirchen lockte eine britische Vermittlerfirma im September 2009 nach eigenen Angaben sogar 1200 Langzeitarbeitslose ins Fußballstadion auf Schalke. Davon seien mittlerweile 120 wieder in Beschäftigung.
Mengenrabatt bekommen, obwohl man alleine ist? Nutze die Macht der Masse! Das dachten sich auch die Macher der Seite Groupon: Diese handelt spezielle Deals mit lokalen Anbietern aus und sorgt für die restliche Menge an Personen, damit man die Vergünstigung erhält. Vom Haareschneiden über Theatertickets bis zu Restaurantgutscheinen, wird jeden Tag ein „Deal des Tages“ vorgestellt. Diesen kann man kaufen – doch nur wenn die kritische Masse an Mitkäufern erreicht ist. Also sollte man besser seinen Freunden Bescheid geben, die der Community beitreten und für den Deal stimmen. Andernfalls findet das Event nicht statt. Schließlich muss es sich für die Anbieter der Vergünstigungen ja auch lohnen. Eine interessante Idee, die bisher nur in Amerika und London angeboten wird. In Deutschland träfen diese Sparaktionen sicherlich auch auf großes Interesse.
Das Netz sieht alles. Jeder Fehltritt verbreitet sich in kürzester Zeit, und man kann nichts dagegen tun. Dieses Video macht George Bush gerade zum YouTube-Star – im negativen Sinne. 1,5 Mio. Klicks in zwei Tagen sind rekordverdächtig. George W. Bush war kürzlich auf Haiti und wurde von den Kameras der BBC news dabei ertappt, wie er seine Hand an Bill Clintons Hemd abwischt, nachdem er einem Haitianer zuvor die Hand geschüttelt hat. Was ebenfalls ein Klaps auf die Schulter hätte sein können, wird nun von Blogs und Internet-Foren als schlimmstes Szenario ausgelegt: Bush beleidigt mit dieser Geste nicht einfach nur den Mann, dem er die Hand schüttelte, nein, er benutzt Clinton auch noch als sein persönliches Taschentuch. Wie dem auch sei, Bush kann nichts mehr gegen seinen viralen Ruhm tun. Auf YouTube wurden Kommentare zum Video bereits verboten. Doch seht selbst: