Es gibt jetzt eine iPhone App, mit der man Kundenbefragungen durchführen kann. Das Tolle daran: Die Kunden nehmen gerne daran teil. Die Supermarktkette 7-Eleven bietet in Schweden eine iPhone Applikation an, durch die Kunden Handy-Coupons für verschiedene Produkte des Stores erhalten und durch den integrierten Store-Locator das nächste 7-Eleven Geschäft finden können. Löst der Kunde den Gutschein im Laden ein, wird ihm eine Mini-Umfrage dazu aufs Handy geschickt. Durch Beantwortung der Fragen erhält der Kunde in Zukunft weitere dieser Angebote. Die App wurde von der schwedischen Produktionsfirma Lonely Duck entwickelt, zusammen mit der Werbeagentur Peacock und Bonnier Response Media, und kann kostenlos heruntergeladen werden. In Schweden war diese sofort ein großer Erfolg und gehört dort zu den 10 beliebtesten Download-Apps. So kann man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Geschäfte bekommen mehr Kunden, die Kunden Vergünstigungen und die Marktforscher Kundeninformationen.
Social Media definiert die Grenzen zwischen Konsumenten und Unternehmen neu. Heutzutage erstellen Konsumenten ihre eigenen Inhalte und publizieren diese im Netz – oft schneller als Nachrichtenagenturen. Das Bild eines Unternehmens kann durch einen einzigen unzufriedenen Konsumenten, der einen negativen Kommentar in einem Forum hinterlässt, radikal verändert werden. Doch wenn man als Unternehmen, aber auch als Marktforscher, diese Verbraucher-Revolution annimmt und versteht, bietet sie enorme Möglichkeiten. Doch wie genau sieht das Online-Verhalten der Konsumenten aus? Lightspeed Research interviewte 32.000 aktive Web-Nutzer weltweit aus 16 Märkten und befragte sie zu ihrem Online-Verhalten im letzten Monat. Es ergab sich eine klare Hierarchie:
Bezüglich Content-Sharing:
42% luden Fotos hoch
29,7% kommentierten einen Beitrag
17,4% managten ihre eigene Website
Bezüglich Online-Communitys:
56% besuchten Foren
37,5% kümmerten sich aktiv um ihr Social-Network Profil
Es ergaben sich auch länderspezifische Unterschiede. Brasilien, Russland, Indien und China sind die Länder, die am aktivsten im Web unterwegs sind und offener für neue Entwicklungen. Interessant ist auch der Unterschied zwischen Märkten, die Blogs bevorzugen und solchen, in denen Social Media beliebt ist: China, Süd Korea und Japan sind „blog-orientiert“, alle anderen Märkte sind „Social Media-orientiert“.
Die Tatsache, dass Konsumenten sich so aktiv im Web engagieren, bietet gerade Marktforschungs-Unternehmen große Chancen. Die Verbraucher wollen gehört werden und fühlen sich dadurch wichtig. So muss das Unternehmen zunächst „Zuhör-Techniken“ entwickeln. Doch weit mehr geschätzt wird das aktive Miteinander-Kommunizieren. Unternehmen sollten in einen direkten Dialog mit ihren Kunden treten. Einen festgesetzten Zeitraum gibt es nicht: Der Konsument liefert permanent neue Daten. Blogs sollten als qualitative Quelle genutzt werden um Meinungen zu sammeln. In Social-Media-orientierten Ländern entsprechend Gruppen dieser Netzwerke. Twitter wird zwar momentan sehr gehypet, jedoch sind Foren immer noch beliebter. Der Konsument sollte auch ermuntert werden, Beiträge und Inhalte zu kreieren, so könnte das Unternehmen dazu animieren, eine neue Community zu gründen.
Die Möglichkeiten, die neuen Medien zu nutzen sind vielfältig. Die Unternehmen stehen damit gerade erst am Anfang.
Facebook aktualisierte kürzlich seine Statistiken über das Nutzerverhalten. Demnach ergibt sich folgendes Bild: Der durchschnittliche Facebooknutzer
ist mit 130 anderen Nutzern befreundet
sendet acht Freundschaftsanfragen pro Monat
verbringt jeden Tag mehr als 55 Minuten in Facebook
klickt neun Mal im Monat den “gefällt mir Link”
kommentiert 25 Beiträge im Monat
wird jeden Monat Fan von zwei Pages
wird jeden Monat zu drei Veranstaltungen in Facebook eingeladen
ist Mitglied in 12 Gruppen
Weitere Erkenntnisse gehen aus einer aktuellen, in den USA durchgeführten, Studie von Retrevo.com hervor, die sich damit befasste, wieviel Kontrolle Social Media bereits über das Leben der Menschen hat und wie süchtig es macht. Die stärksten Auswirkungen zeigen sich bei der Zielgruppe der unter 35-jährigen:
65% nutzen Facebook im Urlaub
64% nutzen Facebook auf der Arbeit
40% auch unterwegs im Auto
Der Blogger Brian Solis kam bei seinen Untersuchungen zum amerikanischen Facebook-Nutzer zu folgendem Ergebnis:
Immer mehr ältere Menschen benutzen Facebook. Die Wachstumsrate der User im Alter von 35 – 54 betrug in den ersten 7 Monaten dieses Jahres 513%. Was jedoch noch mehr erstaunt: Die Zahl der über 64-jährigen stieg ebenfalls rasant an. In den USA erhöhte sich die Anzahl der Senioren, die im Web aktiv waren, zwischen November 2004 und November 2009 um 6 Mio. (von 11,3 Mio. auf 17,5 Mio.). Fast die Hälfte der netzaffinen Senioren besuchte im letzten Monat die Facebook- oder YouTube-Seite. Facebook ist damit die am 3. häufigsten besuchte Seite dieser Generation. YouTube landet auf Platz 4. Sie verbringen auch immer mehr Zeit im Netz: im Durchschnitt 58 Stunden pro Monat. Dies ergab eine aktuelle Nielsen Studie.
Ihre Surfgewohnheiten finden sich in der folgenden Graphik. Die meisten über-64-jährigen checken am liebsten ihre persönlichen Emails, drucken Online-Karten aus oder informieren sich über das Wetter.
Interessanter sind die Daten über die Top 10 der besuchten Seiten:
Google und Windows Media Player belegen die ersten beiden Plätze. Auf Platz 3 folgt Facebook. Vor einem Jahr lag das Social Network noch auf Platz 45 der meistbesuchten Seiten von Senioren. Social Networking wird Teil unserer alltäglichen Handlungen, dieser Trend gilt eben auch für die ältere Generation.
Doch nicht jeder ist über den Ansturm der älteren Generation erfreut. Der Amerikaner Sam landete auf YouTube einen Viral-Hit: Sein Song handelt von seiner Mutter, die Facebook für sich entdeckt. Doch bald merkt Sam: All seine Status-Meldungen sind ja öffentlich…
SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ lernen von Facebook. Sie führen nun ebenfalls Applikationen ein, um den Usern einen Mehrwert zu bieten. So soll es zum Start eine Online-Karaoke App, ein Social Game, ein Fundraising-Werkzeug oder auch eine App geben, mit der man sich einen Pizza-Bringdienst in seiner Nähe aussuchen kann. Existieren bei Konkurrent Facebook bereits zehntausende solcher Programme, so starten die VZ-Netzwerke zunächst mit 9 Anwendungen. Auch beim Thema Datenschutz sind die Betreiber vorsichtiger: Der User kann für jede App einzeln festlegen, auf welche persönliche Daten zugegriffen werden darf (diese Daten benutzt die Anwendung zur Ergebnisgenerierung). Ein weiteres Feature schaut sich die VZ-Gruppe von Facebook ab: Im 2. Quartal 2010 soll ebenfalls ein Bezahlsystem eingeführt werden, womit Nutzer virtuelle Güter kaufen und verkaufen können.
Noch ist die VZ-Gruppe als Soziales Netzwerk führend in Deutschland mit insgesamt 14,6 Mio. Nutzer. Doch Facebook wächst stetig und hat mittlerweite über 5 Mio User hierzulande. Die VZ-Seiten hatten den Startvorteil in Deutschland, konnten sich früher etablieren und halten die Nutzer durch den Netzwerkeffekt („Alle Freunde sind hier.“), hinken jedoch im Feature- und Internationalitäts- Bereich extrem hinterher. Der Trend geht ganz klar zu Facebook. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis Facebook auch in Deutschland die Monopolstellung erreicht.
In Amerika findet man jetzt Geschäfte, die an ihrem Schaufenster einen Barcode Sticker haben. Der Grund: Google verteilte die Aufkleber an ausgesuchte Läden, die sich damit eine Art Gütesiegel ans Fenster kleben können. Die Barcodes wurden an 100.000 US-amerikanische Geschäfte und Restaurants verteilt, die bei Google.com und Google Maps am häufigsten gesucht wurden und gefragt sind. Besucher der Location können diesen Barcode (ein sogenannter QR Code) dann mit ihrem Handy scannen. Ein normales Handy mit Kamera und eine Applikation, die QR Codes lesen kann, genügen. Anschließend erhält man Bewertungen des Geschäfts, aber auch Coupons. Eine zweite Versandwelle ist geplant, die weitere Läden als einen der „Favorite Places on Google“ ausweisen. Die Besucher selbst können nach dem Shopping-Erlebnis ebenfalls eine Bewertung abgeben.