Viele Top-Marken haben Applikationen für das iPhone. Coca-Cola und Nike sogar zwei. Damit der User sich diese auch auf sein Handy lädt und die Marke somit immer bei sich trägt, müssen die Apps entweder nützlich sein oder Entertainment bieten. VW landete einen Volltreffer mit seiner App „Real Racing GTI“. Das im Oktober 2009 veröffentlichte kostenlose Handy-Spiel wurde bisher über 2 Mio. Mal heruntergeladen. VW will damit den Start seines neuen 2010 GTI in den USA einläuten. So haben die Spieler 6 Wochen lang die Chance, 6 dieser neuen Modelle als Limited Edition zu gewinnen.
Der App-Markt boomt und kann für die Hersteller ein extrem lukrativer Markt werden: Zwei Milliarden Mal wurden iPhone Apps bisher heruntergeladen, der erwirtschaftete Umsatz wird - nur für den Monat August – auf rund 200 Mio. Dollar geschätzt. Doch eine App muss in den Top-Listen auftauchen und von den Usern positiv bewertet werden, andernfalls hat sie keine Chance. Neben VW haben es noch andere Unternehmen geschafft und sehr erfolgreiche Apps auf den Markt gebracht: Amazon Mobile ist auf Platz 9 in der Lifestyle Liste des App Stores. User können hierbei Fotos von Produkten machen, die sie irgendwo sehen, und Amazon versucht dann in seinem Store dieses Produkt zu finden. Pizza Huts App setzt auf Entertainment und hat bisher über 1 Mio Dollar erwirtschaftet: User schütteln z.B. das Handy um Sauce ihrer Bestellung hinzuzufügen.
Schon seit längerer Zeit vernimmt man, dass es Konflikte hinter den Kulissen von Wikipedia gibt. Das Wall Street Journal hat nun erstmals Daten veröffentlicht, die den Autorenschwund der Wissensplattform belegen: In den ersten 3 Monaten dieses Jahren haben 49.000 freiwillige Autoren die amerikanische Wissensplattform verlassen. 2008 waren es im gleichen Zeitraum nur 4.900. Im Gegensatz dazu wächst jedoch die Beliebtheit der Online-Enzyklopädie: So ließ sich ein Anstieg der Besucherzahlen verzeichnen. Laut comScore wuchs die Zahl der Wissbegierigen innerhalb eines Jahres um 20 Prozent. Die Gründe der Autorenflucht liegen in mehreren Bereichen: 8 Jahre nach der Gründung von Wikipedia durch Jimmy Wales ist eine solide Informationsbasis erreicht und kein großer Aufholbedarf an Artikeln vorhanden. Problematischer ist jedoch, dass Neuautoren von einem mehrere hundert Seiten langem Regelsystem abgeschreckt werden. Zudem zensieren Administratoren strikt und es herrschen endlose Debatten um relevante Beiträge, die „mächtigere“ Admins für sich entscheiden. Wikipedia leidet an dem „Viele Köche verderben den Brei“-Syndrom. Doch gerade diese Crowdsourcing-Komponente war der Kerngedanke der Plattform. Eine kollektive Intelligenz machte Wikipedia erst möglich. Allerdings scheint wohl eine gewisse Grenze überschritten worden zu sein und der Gedanke in der Realität nicht praktikabel. So wird Wikipedia wahrscheinlich weiter an Autoren verlieren und sich mehr und mehr zu einer redaktionell betreuten Enzyklopädie entwickeln.
Wir berichteten schon darüber, wie Toys`R´Us mit exklusiven Deals auf Facebook die Kunden in die Geschäfte locken will. Doch es gibt noch weitere hoch interessante Ideen, wie man seine Produkte mit Hilfe der Social Media Plattform attraktiv macht. Hier ein paar Beispiele:
- Alle gegen den Höchstpreis: Intel hatte die Idee, dass dessen Produkte immer billiger werden, je mehr Fans die Gruppe bekommt. Nach seinem Fan-Bekenntnis kann der User online beim Intel Fan Plan den Preisverfall verfolgen und ist natürlich sehr clever, wenn er seine Freunde ebenfalls dazu anregt, das gleiche zu tun.
- Die „altruistische“ Variante: Die US-amerikanische Kaufhauskette JCPenney hat sich für die Kampagne Angel Giving Tree mit der Heilsarmee zusammengeschlossen. Diese Wohltätigkeitsaktion hilft Menschen in Not. Man wählt online einen sogenannten Engel, dem man helfen möchte. Dafür gibt man verschiedene Kriterien des Engels an, wie Alter, Geschlecht oder Wohnort. Ein Programm findet anschließend den passenden Engel. Dessen Wunschzettel wird dem Kunden gemailt, der dann damit shoppen gehen kann – natürlich mit dem Hinweis, dass die Produkte auch bei JCPenney zu finden sind.
- Crowdsourcing-Geschenke: Der Elektronik-Händler Best Buy macht mit Giftr personalisierte Geschenkvorschläge. Die Applikation hat Zugriff auf die Daten des Users und sucht damit die passenden Produkte aus. Diese Favoriten kann der User wiederum seinen Freunden mitteilen, in der Hoffnung, dass diese den Hinweis kurz vor Weihnachten verstehen. Andererseits ist man selbst auch von der lästigen Ideen-Findungs-Phase befreit, weiß man doch gleich, was man seinen Freunden schenken kann.
- Nur für Fans: Wie auch schon Toys´R´Us setzt das Versandhaus Sears auf die „Geschlossene-Gesellschaft-Idee“: Nur für Fans der Facebook-Gruppe gibt es Gutscheine und exklusive Deals mit Geheimtipps. Der Fan fühlt sich privilegiert, wichtig und will dieses Insiderwissen natürlich mit seinen Freunden teilen. Der Viral-Effekt beginnt…
Twitter Japan kündigte an, ab Januar Premium-Accounts auf Twitter einzuführen. Diese Premium-Mitglieder können dann ihre Follower zur Kasse bitten: Die Leserschaft dieser Person muss zahlen um die Tweets zu lesen oder deren Bilder und Links zu sehen. Das bedeutet, je mehr Follower man hat, desto mehr lohnt sich der Premium-Account. Die Spanne reicht dabei von 80 Cent bis 8 Euro pro Monat. Weitere Infos gibt es hier.
Deutsche Mittelständler messen zwar dem Customer Relationship Management (CRM) eine große Bedeutung bei, allerdings schrecken sie vor dem Einsatz solcher Systeme meist zurück. Zu diesem widersprüchlichen Ergebnis kommt die neue Studie „CRM im Mittelstand 2010“, die von der Software Initiative Deutschland (SID) im Auftrag des Unternehmens TecArt Group durchgeführt wurde. Nach Befragung der deutschen Unternehmen wurde Folgendes festgestellt:
- • 91% der Unternehmen ist CRM wichtig (52% sogar sehr wichtig)
- • nur 24% setzen eine professionelle CRM-Lösung ein.
Als wesentliche Ursache für dieses Missverhältnis wird meist das fehlende Wissen über Kosten und Nutzen von CRM-Systemen angeführt:
- • 61% geben an, ihr Wissen über CRM-Lösungen sei zu gering
- • 40% glauben, die Investitionen in CRM-Systeme seien zu kostspielig
- • 20% empfinden die laufenden Kosten für Software-Systeme und die Schulungskosten für das Personal als zu hoch
- • 35% betrachten die Datenübertragung als zu aufwändig
- • 24% sehen in CRM-Lösungen keinen größeren Nutzen für ihr Unternehmen.
Sehr schade, da der deutsche Mittelstand durch diese Zurückhaltung großes Potenzial hinsichtlich effizienterer und effektiverer Prozesse und Kommunikation verschenkt. Ein effektives CRM-System ist in der Lage Zeit, Kosten und Ressourcen einzusparen.
Xing kündigte an, nicht nur Nutzern, sondern auch Unternehmen kostenpflichtige Premium-Profile freizuschalten. Zwar gab es einfache Firmen-Übersichten schon vorher (bis heute über 100.000), jedoch werden diese automatisch erstellt, sobald 5 Mitarbeiter dieselbe Firma angeben, und ähneln vom Umfang her eher einem schlichten Branchenverzeichnis. Dies soll sich jetzt ändern. In der Pressemitteilung von Xing heißt es: „Potenzielle Kunden, Interessenten oder auch Bewerber finden neben Basisinformationen wie Adresse und Kontaktmöglichkeiten auch Mitarbeiterübersichten sowie interessante Statistiken auf den Unternehmensprofilen“. Dabei hat man die Auswahl zwischen zwei Angeboten: “Standard” und “Plus”. Die einfache Standarderweiterung kostet monatlich 24,90 Euro. Hierbei kann das Unternehmen eine kurze Firmenbeschreibung sowie das Firmenlogo aufnehmen. Besucher können sich außerdem die Mitarbeiterliste und die aktuellen Stellenangebote ansehen. Das Plus-Profil ist da schon etwas ausgefeilter – aber auch teurer: Für 129 Euro im Monat erhalten Firmen alle Vorteile des Standard-Accounts im individuellen Firmen-Design. Firmen-Updates (d.h. Statusmeldungen) lassen sich beliebig oft veröffentlichen, wobei Nutzer diese abonnieren können. Als einfacher User kann man sich die Liste der Abonnenten auch ansehen.
Das Premium-Plus-Paket ist wohl eher etwas für große Unternehmen, zumal es nicht sehr viele Extras im Vergleich zum Standard-Account bietet. Sollten sich jedoch viele Unternehmen für diese Profile entscheiden, könnte Burda (kaufte sich kürzlich bei Xing ein) nun doch mehr als nur „Lousy Pennys“ mit der Online-Plattform verdienen. Vielleicht ist die Statusaktualisierung auch eine Vorbereitung auf die angekündigte Einbindung von Twitter…